Dieses Kapitel beleuchtet die Bedeutung sozialer Nachhaltigkeit im Leistungssport, insbesondere die Prävention interpersoneller Gewalt und die Förderung mentaler Gesundheit. Interpersonelle Gewalt umfasst psychische, physische und sexuelle Gewalt sowie Vernachlässigung, wobei psychische Gewalt am häufigsten auftritt, mit Prävalenzraten zwischen 64,8 % und 75 %. Zu den Risikofaktoren zählen persönliche und strukturelle Merkmale wie Machtgefälle und hierarchische Strukturen im Sport. Mentale Gesundheit geht über das Fehlen von Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen hinaus und schließt das Wohlbefinden mit ein. Forschungsergebnisse zeigen, dass ein substanzieller Anteil von Leistungssportlerinnen und Leistungssportler von Symptomen psychischer Erkrankungen betroffen ist, wobei die Raten gleich hoch sind wie in der Allgemeinbevölkerung. Nebst allgemeinen Risikofaktoren wie ineffektive Bewältigungsstrategien und fehlender sozialer Rückhalt sind Sportlerinnen und Sportler auch sportspezifischen Risikofaktoren wie Verletzungen und Leistungsdruck ausgesetzt. Die Themen interpersonelle Gewalt und mentale Gesundheit haben in den letzten Jahren an Relevanz gewonnen, was sich in zahlreichen Positionspapieren und in der Umsetzung von Maßnahmen wie anonymen Meldestellen für ethische Verstöße widerspiegelt. Dennoch bestehen erhebliche Herausforderungen bei der Verwirklichung sozialer Nachhaltigkeit im Leistungssport, da individuelle (z. B. fehlendes Wissen) und systemische Barrieren (z. B. kulturelle Normen) die Umsetzung behindern. Das Kapitel stellt sechs Strategien zur Überwindung dieser Barrieren vor: verpflichtende Schulungsprogramme zur Sensibilisierung, die Etablierung einer offenen Fehlerkultur, die Ernennung verantwortlicher Personen für ethische Fragen und mentale Gesundheit, die Einführung von Anreizsystemen zur Förderung der Teilnahme an Präventionsmaßnahmen, Lobbyarbeit für verbindliche ethische Standards sowie die Organisation von Workshops und Foren für offenen Austausch. Diese Ansätze bieten Sportorganisationen praktische Lösungen zur Überwindung von Barrieren und fördern die soziale Nachhaltigkeit im Leistungssport.

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Soziale Nachhaltigkeit im Leistungssport: Barrieren bei der Prävention interpersoneller Gewalt und Förderung von mentaler Gesundheit

  • Laurie Schwab,
  • Philipp Röthlin

摘要

Dieses Kapitel beleuchtet die Bedeutung sozialer Nachhaltigkeit im Leistungssport, insbesondere die Prävention interpersoneller Gewalt und die Förderung mentaler Gesundheit. Interpersonelle Gewalt umfasst psychische, physische und sexuelle Gewalt sowie Vernachlässigung, wobei psychische Gewalt am häufigsten auftritt, mit Prävalenzraten zwischen 64,8 % und 75 %. Zu den Risikofaktoren zählen persönliche und strukturelle Merkmale wie Machtgefälle und hierarchische Strukturen im Sport. Mentale Gesundheit geht über das Fehlen von Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen hinaus und schließt das Wohlbefinden mit ein. Forschungsergebnisse zeigen, dass ein substanzieller Anteil von Leistungssportlerinnen und Leistungssportler von Symptomen psychischer Erkrankungen betroffen ist, wobei die Raten gleich hoch sind wie in der Allgemeinbevölkerung. Nebst allgemeinen Risikofaktoren wie ineffektive Bewältigungsstrategien und fehlender sozialer Rückhalt sind Sportlerinnen und Sportler auch sportspezifischen Risikofaktoren wie Verletzungen und Leistungsdruck ausgesetzt. Die Themen interpersonelle Gewalt und mentale Gesundheit haben in den letzten Jahren an Relevanz gewonnen, was sich in zahlreichen Positionspapieren und in der Umsetzung von Maßnahmen wie anonymen Meldestellen für ethische Verstöße widerspiegelt. Dennoch bestehen erhebliche Herausforderungen bei der Verwirklichung sozialer Nachhaltigkeit im Leistungssport, da individuelle (z. B. fehlendes Wissen) und systemische Barrieren (z. B. kulturelle Normen) die Umsetzung behindern. Das Kapitel stellt sechs Strategien zur Überwindung dieser Barrieren vor: verpflichtende Schulungsprogramme zur Sensibilisierung, die Etablierung einer offenen Fehlerkultur, die Ernennung verantwortlicher Personen für ethische Fragen und mentale Gesundheit, die Einführung von Anreizsystemen zur Förderung der Teilnahme an Präventionsmaßnahmen, Lobbyarbeit für verbindliche ethische Standards sowie die Organisation von Workshops und Foren für offenen Austausch. Diese Ansätze bieten Sportorganisationen praktische Lösungen zur Überwindung von Barrieren und fördern die soziale Nachhaltigkeit im Leistungssport.