„Was hat er gerade gesagt?“ Emma schaut Caro fragend an. „Was ist denn mit Dir los, sag mal? Das ist das dritte Mal, dass Du mich fragst!“ Caro klingt genervt, seufzt und dreht ihren Laptop wieder Richtung Emma, damit sie kurz abschreiben kann. „Danke“, antwortet Emma kleinlaut. „Und tut mir leid.“ Sie fährt sich durch die Haare und scheint danach etwas in der Hand zu halten, das sie rasch unter dem Hörsaaltisch verschwinden lässt. Mit gerunzelter Stirn beugt sie sich wieder über ihren Bildschirm. Nach der Vorlesung, auf dem Weg die Treppen hinauf, hört Caro Emma nach den ersten Schritten schwer atmen. Als sie oben ankommen, schnauft sie wie nach einem Marathon. „Hey, alles okay? Du bist ganz blass!“ Emma versucht zu reden, hat aber noch nicht genug Luft, weswegen ihre Erklärung abgehakt kommt: „Ich … weiß … es auch nicht.“ Sie atmet angestrengt ein und aus und fährt fort: „Das geht schon seit ein paar Tagen, ach, im Grunde Wochen so. Ich fühle mich so schlapp und müde, ich kriege nichts mehr auf die Reihe! Ich kann mich auf nichts mehr konzentrieren, vielleicht liegt es am Schlafmangel, im Moment habe ich ständig so unruhige Beine, ich zappel nur rum – tut mir echt noch einmal leid, wegen gerade. Und seit ein paar Tagen fallen mir scheinbar Haare aus – zumindest viel mehr als sonst!“ „Hmmm“, Caro überlegt, „Hört sich für mich danach an, als fehlt Dir was.“ „Wow!“ Emma muss grinsen, „Das ist die medizinisch fundierteste Analyse, die ich je gehört habe.“ Caro muss lachen: „Ach Mensch, ich meinte damit, dass sich das für mich nach einem Mangel anhört. Erinnerst Du Dich an Physiologie? Sowas wie Vitaminmangel oder so. Du solltest mal Dein Blut checken lassen.“ Sie stupst Emma von der Seite an, die schwach lächelt. „Du hast vermutlich recht. Ich schau mal, wann ich einen Termin kriegen kann …“

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Sideropenie

  • Martina Kahl-Scholz

摘要

„Was hat er gerade gesagt?“ Emma schaut Caro fragend an. „Was ist denn mit Dir los, sag mal? Das ist das dritte Mal, dass Du mich fragst!“ Caro klingt genervt, seufzt und dreht ihren Laptop wieder Richtung Emma, damit sie kurz abschreiben kann. „Danke“, antwortet Emma kleinlaut. „Und tut mir leid.“ Sie fährt sich durch die Haare und scheint danach etwas in der Hand zu halten, das sie rasch unter dem Hörsaaltisch verschwinden lässt. Mit gerunzelter Stirn beugt sie sich wieder über ihren Bildschirm. Nach der Vorlesung, auf dem Weg die Treppen hinauf, hört Caro Emma nach den ersten Schritten schwer atmen. Als sie oben ankommen, schnauft sie wie nach einem Marathon. „Hey, alles okay? Du bist ganz blass!“ Emma versucht zu reden, hat aber noch nicht genug Luft, weswegen ihre Erklärung abgehakt kommt: „Ich … weiß … es auch nicht.“ Sie atmet angestrengt ein und aus und fährt fort: „Das geht schon seit ein paar Tagen, ach, im Grunde Wochen so. Ich fühle mich so schlapp und müde, ich kriege nichts mehr auf die Reihe! Ich kann mich auf nichts mehr konzentrieren, vielleicht liegt es am Schlafmangel, im Moment habe ich ständig so unruhige Beine, ich zappel nur rum – tut mir echt noch einmal leid, wegen gerade. Und seit ein paar Tagen fallen mir scheinbar Haare aus – zumindest viel mehr als sonst!“ „Hmmm“, Caro überlegt, „Hört sich für mich danach an, als fehlt Dir was.“ „Wow!“ Emma muss grinsen, „Das ist die medizinisch fundierteste Analyse, die ich je gehört habe.“ Caro muss lachen: „Ach Mensch, ich meinte damit, dass sich das für mich nach einem Mangel anhört. Erinnerst Du Dich an Physiologie? Sowas wie Vitaminmangel oder so. Du solltest mal Dein Blut checken lassen.“ Sie stupst Emma von der Seite an, die schwach lächelt. „Du hast vermutlich recht. Ich schau mal, wann ich einen Termin kriegen kann …“