Alopezie
摘要
„Das ist schon eigenartig.“ Sylvia schaut Sie verwirrt an, während sie sich geistesabwesend durch die Haare fährt. Wieder hat sie ein paar in der Hand. „Siehst Du?“ Ja, Sie sehen es. Tatsächlich sind ihr in der letzten halben Stunde, seitdem Sie hier sind, auffallend viele Haare auf einmal ausgefallen. Sie wollen gerade etwas sagen, als ein kleiner Schrei dazwischenkommt – zuerst ganz leise und dann immer lauter und fordernder. „Ich muss einmal nach dem Kleinen sehen.“ Sie steht auf und verschwindet im Nachbarzimmer, um kurze Zeit später mit einem kleinen Bündel auf dem Arm wieder zu erscheinen – mit einem sehr süßen, gerade 8 Wochen alten Bündel. „Ist ja gut, ist ja gut“, versucht Sylvia den Kleinen zu beruhigen. „Er hat Hunger.“, sagt sie laut und entschuldigend durch das Schreien hindurch. „Alles klar. Ich muss sowieso los. Aber schön, Euren kleinen Familiennachwuchs wenigstens mal kurz kennengelernt zu haben.“ Sie stehen auf und umarmen beide vorsichtig, das Weinen ist mittlerweile etwas weniger geworden. „Du?“ Sylvia zögert „Du hast nicht vielleicht eine Idee, warum das gerade mit den Haaren so ist? Am Anfang waren nur ein paar mehr in der Bürste, nichts Beunruhigendes. Aber mittlerweile habe ich das Gefühl, überall, wo ich gehe und stehe, verliere ich Haare. Sie fallen überall auf dem Kopf aus. Ich traue mich nicht mal mehr, mir die Haare zu waschen, aus Angst, wieder ein Bündel in den Händen zu halten.“ Sie schaut müde und traurig aus. Fast entschuldigend schiebt sie hinterher: „Ich dachte, naja, Du studierst doch jetzt Medizin, und … vielleicht hast Du eine Idee?“ Innerlich können Sie sich ein Augenrollen nicht verkneifen – das ist so eine Situation, die sich irgendwo zwischen Schrecksekunde, Stolz und nervig bewegt. Sylvia zuliebe antworten Sie: „Ich mach mir da ein paar Gedanken zu und melde mich. Versprochen.“ Schon während Sie die Tür hinter sich schließen, kommt Ihnen etwas in den Sinn … Hormone, Haarwachstum … es gab da einen Zusammenhang …