Thomas Mann hat sich immer wieder mit Fragen der Autorschaft auseinandergesetzt. Kam der Anstoß dafür aus der Welt, sprich dem weiteren gesellschaftlichen Kontext, aus der Literatur oder aus beiden gleichzeitig? Diese Fragen werden zunächst mit Blick auf Thomas Mann gestellt, aber dann anhand Leben und Werk von Autoren der Gegenwart wie Jonathan Franzen, Daniel Kehlmann und Sharon Dodua Otoo weiterentwickelt. Dabei wird versucht, den umfassenderen Kontext von literarischer Autorschaft als gesellschaftliches Phänomen zu begreifen. Es handelt sich um ein Verhältnis wechselseitiger Beeinflussung, die hier mit Rekurs auf eine Matrix dargestellt wird. Diese Matrix baut auf das Werk Pierre Bourdieus auf und bietet vier eigens konzipierte „Modi von Autorschaft“ dar, die Autor:innen immer als Teil eines größeren sinnstiftenden Kontextes konzipieren und sich in ihrer wechselseitigen Beeinflussung und ihren verschiedenen Kombinationen für den besonderen Kontext deutscher Autorschaft des 20. und 21. Jahrhunderts als richtungsweisend erweisen. Autorschaft wird damit als dynamische Schnittstelle zwischen der Welt und der Literatur gefasst. Wollen wir die eine in Hinblick auf die andere begreifen, geht das nur durch Fragen der Autorschaft, die immer wieder neu zu stellen sind. Oder, anders gesagt: Erst in der Theorie und Praxis der Autorschaft kommen die verschiedenen Begründungsfiguren zusammen, die uns die größere Bedeutung der Literatur für unsere Welt verstehen lassen.

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Autorschaft als Matrix von Modi am Beispiel von Thomas Mann

  • Rebecca Braun

摘要

Thomas Mann hat sich immer wieder mit Fragen der Autorschaft auseinandergesetzt. Kam der Anstoß dafür aus der Welt, sprich dem weiteren gesellschaftlichen Kontext, aus der Literatur oder aus beiden gleichzeitig? Diese Fragen werden zunächst mit Blick auf Thomas Mann gestellt, aber dann anhand Leben und Werk von Autoren der Gegenwart wie Jonathan Franzen, Daniel Kehlmann und Sharon Dodua Otoo weiterentwickelt. Dabei wird versucht, den umfassenderen Kontext von literarischer Autorschaft als gesellschaftliches Phänomen zu begreifen. Es handelt sich um ein Verhältnis wechselseitiger Beeinflussung, die hier mit Rekurs auf eine Matrix dargestellt wird. Diese Matrix baut auf das Werk Pierre Bourdieus auf und bietet vier eigens konzipierte „Modi von Autorschaft“ dar, die Autor:innen immer als Teil eines größeren sinnstiftenden Kontextes konzipieren und sich in ihrer wechselseitigen Beeinflussung und ihren verschiedenen Kombinationen für den besonderen Kontext deutscher Autorschaft des 20. und 21. Jahrhunderts als richtungsweisend erweisen. Autorschaft wird damit als dynamische Schnittstelle zwischen der Welt und der Literatur gefasst. Wollen wir die eine in Hinblick auf die andere begreifen, geht das nur durch Fragen der Autorschaft, die immer wieder neu zu stellen sind. Oder, anders gesagt: Erst in der Theorie und Praxis der Autorschaft kommen die verschiedenen Begründungsfiguren zusammen, die uns die größere Bedeutung der Literatur für unsere Welt verstehen lassen.