Die biologische Bedeutung von duftenden Visitenkarten
摘要
Die Markierung mit Moschus dient in erster Linie der Orientierung und Erforschung und hilft, den Lebensraum schneller zu erkennen. Das Verhalten des Tieres wird durch Instinkte gesteuert. Durch unkonditionierte Reflexe ernährt es sich, trinkt Wasser und zeugt Nachwuchs. Die erfolgreiche Erfüllung seiner Aufgaben aber für die Art sowie sein eigenes Wohlbefinden hängen von der Fähigkeit ab, etwas über die Umwelt zu lernen. In jeder neuen Umgebung passt sich ein Tier an die besonderen Lebensbedingungen an. Deshalb besteht seine erste Aufgabe darin, sich mit dem Lebensraum gründlich vertraut zu machen. Die Eingewöhnung besteht aus dem Beschnüffeln und Markieren der umgebenden Objekte, was in der Sprache des Tieres bedeutet: „Check! Hier gibt es nichts Gefährliches und ich könnte vielleicht hierbleiben“. Würde die Ortserkennung durch visuelle Wahrnehmung erfolgen, müsste mehr Zeit aufgewandt werden, um einen dauerhaften konditionierten Reflex zu erzeugen. Das Hinterlassen eines Geruchs hilft dem Tier, schnell Lebenserfahrung zu sammeln, Gefahren zu vermeiden und nervöse Energie zu sparen. Ein mit dem eigenen Geruch markiertes Revier schafft Vertrauen, und zurückgelassene „Visitenkarten“ sind ein Stressfaktor für einen Angreifer. Es wurden Fälle beobachtet, in denen ein schwächeres Tier in seinem eigenen Revier den Angriff eines viel stärkeren Gegners abwehrt, weil dieser bereits durch die präventiven Duftmarken des Besitzers abgeschreckt wurde.