Die Sprache der Gerüche ist in erster Linie eine Sprache der Tiere, doch auch beim Menschen ist sie Teil seines Signalsystems. Im vorigen Kapitel haben wir festgestellt, dass es noch keine allgemein anerkannte Klassifizierung von Gerüchen gibt. Ein Grund dafür ist, dass dem Menschen ein abstraktes Konzept des Geruchs fehlt. Der Geruchsspezialist А. Bronstein: „Während wir beim Geschmack die Vorstellung von salzig, sauer, süß und bitter haben, also Begriffe, die Eigenschaften von vielen Substanzen bezeichnen, und bei den Farben die Vorstellung von blau, grün, gelb und anderen Farben, die vielen Körpern zu eigen sind, haben, sind unsere Vorstellungen von Gerüchen objektorientiert. Wir können einen Geruch nicht charakterisieren, ohne die Substanz oder den Gegenstand zu benennen, auf den er sich bezieht.“ Es ist die Konkretheit der mit Gerüchen verbundenen Informationen, die Tiere dazu veranlasst, ihrem Geruchssinn zu vertrauen. Ein Hund erkennt sein Gegenüber vielleicht nicht an der Stimme oder am Aussehen und beginnt zu bellen, aber sein Verhalten ändert sich, sobald er es riecht. Der individuelle Geruch ist das sicherste Attribut für die Identität des Herrchens. Deshalb lautet die menschliche Redewendung „Ich vertraue nur meinen Augen!“ in der Sprache des Hundes „Ich vertraue nur meiner Nase!“.

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Die unsichtbaren Botschaften der Säugetiere

  • Ivan G. Ivanov

摘要

Die Sprache der Gerüche ist in erster Linie eine Sprache der Tiere, doch auch beim Menschen ist sie Teil seines Signalsystems. Im vorigen Kapitel haben wir festgestellt, dass es noch keine allgemein anerkannte Klassifizierung von Gerüchen gibt. Ein Grund dafür ist, dass dem Menschen ein abstraktes Konzept des Geruchs fehlt. Der Geruchsspezialist А. Bronstein: „Während wir beim Geschmack die Vorstellung von salzig, sauer, süß und bitter haben, also Begriffe, die Eigenschaften von vielen Substanzen bezeichnen, und bei den Farben die Vorstellung von blau, grün, gelb und anderen Farben, die vielen Körpern zu eigen sind, haben, sind unsere Vorstellungen von Gerüchen objektorientiert. Wir können einen Geruch nicht charakterisieren, ohne die Substanz oder den Gegenstand zu benennen, auf den er sich bezieht.“ Es ist die Konkretheit der mit Gerüchen verbundenen Informationen, die Tiere dazu veranlasst, ihrem Geruchssinn zu vertrauen. Ein Hund erkennt sein Gegenüber vielleicht nicht an der Stimme oder am Aussehen und beginnt zu bellen, aber sein Verhalten ändert sich, sobald er es riecht. Der individuelle Geruch ist das sicherste Attribut für die Identität des Herrchens. Deshalb lautet die menschliche Redewendung „Ich vertraue nur meinen Augen!“ in der Sprache des Hundes „Ich vertraue nur meiner Nase!“.