Lebenslagenbezogene und sozialraumorientierte digital unterstützte Gesundheitsförderung und Prävention in den Frühen Hilfen
摘要
Das Eltern-werden und die Fürsorge für Neugeborene und Kleinkinder sind mit vielfältigen Herausforderungen verbunden. Sofern die Lebensbedingungen durch unterschiedliche Faktoren, z. B. eine angespannte finanzielle Situation oder ein gering ausgeprägtes soziales Netzwerk, ungünstig beeinflusst werden und zu Belastungen führen, wirkt sich dies nicht selten auf das Erziehungsverhalten und auf ein gesundes Aufwachsen von Kindern aus (Fendrich et al. 2021). Mit dem Ziel, den Gefahren generell für kleine Kinder – v. a. bei hochbelasteten Eltern – präventiv zu begegnen, Schäden zu vermeiden und zukünftige Interventionen und/oder umfassende familiäre Eingriffe (möglicherweise auch gegen den Willen der Eltern im Rahmen des hoheitlichen Auftrags Kinder vor Gefahr für ihr Wohl zu schützen) gering zu halten, haben sich die „Frühen Hilfen“ in den letzten mehr als zehn Jahren als kommunal organisiertes multiprofessionelles Arbeitsfeld und als eine Art präventive Handlungsstrategie mittlerweile etabliert (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung 2023). Mit den Frühen Hilfen wird also ein Konzept verfolgt, das im Kern auf früh einsetzende Gesundheitsförderung setzt – und zwar entsprechend nicht erst nach dem Auftreten sozialer und gesundheitlicher Probleme, sondern basierend auf dem Wissen um erschwerende Lebenslagen und sozialräumliche bzw. Community-basierte Faktoren. Aus diesen Faktoren können eben unter bestimmten, etwa benachteiligungsrelevanten Umständen erfahrungsgemäß mit höherer Wahrscheinlichkeit in der Folge soziale und gesundheitliche Probleme entstehen, wenn nicht – und das ist die Idee hinter den Frühen Hilfen – frühzeitig mit Gesundheitsförderung und präventiv ausgerichteter Sozialer Arbeit entgegengewirkt wird.