Wenn Goethe im Vorwort zur Farbenlehre erklärte, „daß die Geschichte der Wissenschaft die Wissenschaft selbst sei“, so äußerte er die zu seiner Zeit geläufige Auffassung, dass das Wissen einer Wissenschaft deren Geschichte zu entnehmen sei. Im Laufe des 19. Jahrhunderts jedoch emanzipierten sich die Wissenschaften weitgehend von ihrer Geschichte. Für die Philologien bedeutete das u. a.: Abhandlungen zur Theorie, Methode und den Resultaten der Wissenschaft wurden nicht länger wissenschaftshistorischen Texten, sondern neuen Textsorten überantwortet wie etwa philologischen Enzyklopädien, Grundrissen, Handbüchern etc.. Heute gehört die Wissenschaftsgeschichte in den Kranz der Metawissenschaften, die, wie alle Wissenschaften, auch die Germanistik umgeben; zu ihnen zählen neben anderen etwa die Wissenschaftstheorie, die Wissenschaftssoziologie und die Wissenssoziologie.

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Von den Gleichförmigkeiten des Neuen. Zu Wissenschaftsgeschichte und -kritik der (germanistischen)Literaturwissenschaft

  • Hans-Harald Müller

摘要

Wenn Goethe im Vorwort zur Farbenlehre erklärte, „daß die Geschichte der Wissenschaft die Wissenschaft selbst sei“, so äußerte er die zu seiner Zeit geläufige Auffassung, dass das Wissen einer Wissenschaft deren Geschichte zu entnehmen sei. Im Laufe des 19. Jahrhunderts jedoch emanzipierten sich die Wissenschaften weitgehend von ihrer Geschichte. Für die Philologien bedeutete das u. a.: Abhandlungen zur Theorie, Methode und den Resultaten der Wissenschaft wurden nicht länger wissenschaftshistorischen Texten, sondern neuen Textsorten überantwortet wie etwa philologischen Enzyklopädien, Grundrissen, Handbüchern etc.. Heute gehört die Wissenschaftsgeschichte in den Kranz der Metawissenschaften, die, wie alle Wissenschaften, auch die Germanistik umgeben; zu ihnen zählen neben anderen etwa die Wissenschaftstheorie, die Wissenschaftssoziologie und die Wissenssoziologie.