Kopfschmerz zurückzuführen auf einen Medikamentenübergebrauch (MÜK)
摘要
Ein Kopfschmerz durch Medikamentenübergebrauch (MÜK) entsteht, wenn Schmerz- oder Migränemittel zu häufig eingenommen werden, was bestehende Kopfschmerzen verschlimmert. Betroffene leiden oft an mindestens 15 Kopfschmerztagen pro Monat, meist bei vorbestehender Migräne. Die Symptome ähneln Migräne oder Spannungskopfschmerz und können täglich variieren. Regelmäßige Einnahme (≥10 Tage/Monat) von Medikamenten wie Triptanen, Ergotaminen, Paracetamol, NSAR oder Kombinationspräparaten erhöht das Risiko erheblich, insbesondere bei Kombinationspräparaten, die Abhängigkeit fördern. MÜK führt zu Erschöpfung, depressiver Verstimmung und eingeschränkter Lebensqualität.Nach ICHD-3-Kriterien wird MÜK diagnostiziert, wenn Kopfschmerzen an ≥15 Tagen/Monat auftreten, ein Medikamentenübergebrauch über drei Monate besteht und keine andere Ursache vorliegt. Die 10-20-Regel empfiehlt, Akutmedikamente an weniger als 10 Tagen pro Monat zu verwenden, mit mindestens 20 medikamentenfreien Tagen. Die Behandlung erfordert eine konsequente Medikamentenpause von zwei bis vier Wochen, idealerweise stationär in spezialisierten Zentren, um das Schmerzabwehrsystem zu regenerieren. Entzugskopfschmerzen (Rebound) können durch Kortikoide wie Prednisolon gelindert werden, Schmerzmittel sind während der Pause zu vermeiden.Nach erfolgreicher Pause ist eine prophylaktische Therapie entscheidend, um Rückfälle (ca. 20 % im ersten Jahr) zu verhindern. Frauen sind häufiger betroffen (77 %), oft mit langjähriger Krankheitsgeschichte. MÜK ist in Kopfschmerzzentren ein häufiges Problem (50–70 % der Fälle). Aufklärung und die Nutzung einer Migräne-App zur Kontrolle der Einnahme sind essenziell, um die primäre Kopfschmerzerkrankung effektiv zu behandeln und die Einnahmehäufigkeit zu minimieren.