In diesem Beitrag wird ein Transformationsleitbild vorgestellt, das äußere Nachhaltigkeit mit innerer Nachhaltigkeit verbindet und einen Transformationsprozess aufzeigt, als Individuum und als Gesellschaft diesen auch erfolgreich zu gestalten. Der Beitrag für die 1. Auflage dieses Buchs wurde dazu mit Hilfe der Theorie U von Otto Scharmer und Erkenntnissen über unbewusste individuelle und kollektive Konditionierungen der menschlichen Psyche, teilweise aus eigenen persönlichen Erfahrungen und Einsichten gewonnen, zu diesem ganzheitlichen Transformationsleitbild weiterentwickelt. Die Bezeichnung dieses Transformationsleitbildes als „Ganz Mensch Sein“ soll darauf hinweisen, dass Anteile unserer Persönlichkeiten als psychologisches Verdrängungsmuster ins Unbewusste abgespalten wurden. Diese verhindern einen bewussten und letztendlich erfolgreichen Umgang mit dem Thema Nachhaltigkeit durch unbewusst zugrunde liegende Ängste und Abspaltungen, die zu einem wesentlichen Teil durch kollektive Traumata hervorgerufen und am Laufen gehalten werden. Das ganzheitliche Transformationsleitbild führt innere Wege der Selbst- und Persönlichkeitsentwicklung mit äußeren gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Entwicklungswegen zusammen und eröffnet dadurch eine neue Perspektive auf Möglichkeiten und Grenzen einer konsequenten und dauerhaften Nachhaltigkeit. Die Konditionierung der menschlichen Psyche ist in den weitgehend auf die „Außenwelt“ fokussierten Nachhaltigkeitszielen und -strategien inklusive der europaweiten „Sustainable Finance Initiative“ mit weitreichenden regulatorischen Anforderungen und Reportingpflichten bislang noch weitgehend unberücksichtigt geblieben, mit der Konsequenz, dass sich diese Nachhaltigkeitsanforderungen ohne die notwendige innere Verankerung aktuell wieder auf dem Rückzug befinden. In Wissenschaft, Wirtschaft und Politik wird nach wie vor an einem objektiven Wirklichkeitsverständnis, linearen Denken und mechanistischen Weltbild festgehalten, dass den individuellen und kollektiven Wahrnehmungen aufgrund der „westlich-weltlichen“ Konditionierung der menschlichen Psyche entspricht. Ihre Transformation ist dem Autor und Beitrag zufolge die Voraussetzung für eine nachhaltige Entwicklung von Mensch und Umwelt.

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Ganz Mensch sein: über systemische Nachhaltigkeit zu einem Transformationsleitbild

  • Daniel Sieben

摘要

In diesem Beitrag wird ein Transformationsleitbild vorgestellt, das äußere Nachhaltigkeit mit innerer Nachhaltigkeit verbindet und einen Transformationsprozess aufzeigt, als Individuum und als Gesellschaft diesen auch erfolgreich zu gestalten. Der Beitrag für die 1. Auflage dieses Buchs wurde dazu mit Hilfe der Theorie U von Otto Scharmer und Erkenntnissen über unbewusste individuelle und kollektive Konditionierungen der menschlichen Psyche, teilweise aus eigenen persönlichen Erfahrungen und Einsichten gewonnen, zu diesem ganzheitlichen Transformationsleitbild weiterentwickelt. Die Bezeichnung dieses Transformationsleitbildes als „Ganz Mensch Sein“ soll darauf hinweisen, dass Anteile unserer Persönlichkeiten als psychologisches Verdrängungsmuster ins Unbewusste abgespalten wurden. Diese verhindern einen bewussten und letztendlich erfolgreichen Umgang mit dem Thema Nachhaltigkeit durch unbewusst zugrunde liegende Ängste und Abspaltungen, die zu einem wesentlichen Teil durch kollektive Traumata hervorgerufen und am Laufen gehalten werden. Das ganzheitliche Transformationsleitbild führt innere Wege der Selbst- und Persönlichkeitsentwicklung mit äußeren gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Entwicklungswegen zusammen und eröffnet dadurch eine neue Perspektive auf Möglichkeiten und Grenzen einer konsequenten und dauerhaften Nachhaltigkeit. Die Konditionierung der menschlichen Psyche ist in den weitgehend auf die „Außenwelt“ fokussierten Nachhaltigkeitszielen und -strategien inklusive der europaweiten „Sustainable Finance Initiative“ mit weitreichenden regulatorischen Anforderungen und Reportingpflichten bislang noch weitgehend unberücksichtigt geblieben, mit der Konsequenz, dass sich diese Nachhaltigkeitsanforderungen ohne die notwendige innere Verankerung aktuell wieder auf dem Rückzug befinden. In Wissenschaft, Wirtschaft und Politik wird nach wie vor an einem objektiven Wirklichkeitsverständnis, linearen Denken und mechanistischen Weltbild festgehalten, dass den individuellen und kollektiven Wahrnehmungen aufgrund der „westlich-weltlichen“ Konditionierung der menschlichen Psyche entspricht. Ihre Transformation ist dem Autor und Beitrag zufolge die Voraussetzung für eine nachhaltige Entwicklung von Mensch und Umwelt.