Kapitel 6: Westberlin, das Schaufenster der Künste
摘要
Mit Konrad Bayers Tod und Gerhard Rühms Übersiedlung nach Berlin 1964 versandete die „Wiener Gruppe“, als deren „Onkel“ sich Jandl bekannte. Den Wiener Aktionismus beobachtete er als Zaungast. Im ORF öffnete sich die Jugendredaktion für Jandls Lautpoesie. Künstler entdeckten damals Leo Navratils Patientenkunst in der Psychiatrischen Klinik Gugging. In Navratil gewann Jandl bald einen wichtigen Lebensbegleiter. Im Herbst 1969 ging er ohne Salär ein Schuljahr lang auf Urlaub, kam aber erst nach sechs Jahren zurück in den Dienst. Im Mai 1970 bekam er ein erstes Jahresstipendium nach Westberlin, wo er in die Akademie der Künste aufgenommen wurde, und 1973 ein zweites. Friederike Mayröcker kam beide Male mit. Sein Interesse an der DDR wuchs, denn er deklarierte sich als „deutscher Dichter“ in einem ungeteilten Sprachraum. Sein Projekt eines „Theaters ohne Schauspieler“ für die Frankfurter Experimenta 1971 scheiterte an den Tücken der Maschinerie. Sein neuer Lektor Klaus Ramm brachte 1971 endlich Laut und Luise zu niedrigem Preis in der „Sammlung Luchterhand“ heraus. Für seine neuen – noch unerforschten – eruptiv-zustandsgebundenen Texte und Zeichnungen fand Jandl im feinen Eremiten-Verlag interessierte Partner.