1966 zeigte Jandl im Theater an der Wien als Beitrag zu den Festwochen die Lautgedicht-Collage szenen aus dem wirklichen leben. Mit zehn Jahren Verspätung und einem Nachwort von Helmut Heißenbüttel erschien 1966 die Sammlung Konkreter Poesie Laut und Luise, freilich versteckt in einer bibliophilen Reihe des Schweizer Walter-Verlags. Die Gesellschaft für Literatur in Wien überraschte damit ihre konservativen Stammhörer bei einer ersten Doppellesung Jandl-Mayröcker, die dann in Berlin Walter Höllerer in der Akademie der Künste wiederholte. 1966 trat Jandl auch mit Dieter Glawischnig in Linz erstmals in einem Jazzclub auf. Otto F. Walter wurde Literaturchef bei Luchterhand und druckte dort 1968 den Gedichtband Sprechblasen. In einem BBC-Workshop in London probierte Jandl erstmals die Stereo-Technik aus. Das mit Friederike Mayröcker 1968 beim Südwestfunk geschaffene Stereowerk Fünf Mann Menschen wurde 1969 mit dem Hörspielpreis der Kriegsblinden ausgezeichnet. Hörspiele im Westdeutschen Rundfunk Köln folgten, das Bayerische Radio produzierte mit Jandl als Sprecher Das Röcheln der Mona Lisa. Mehr noch als der Rundfunk brachten die Wagenbach-Schallplatten Jandls Lyrik zu den Studenten der bewegten Semester - auf dem deutschen Lyrikmarkt, den er mit dem Freund Erich Fried teilte.

错误:搜索内容不能为空,请输入英文关键词
错误:关键词超出字数限制,请精简
高级检索

Kapitel 5: Vom Lautgedicht zum Stereo-Hörspiel

  • Hans Haider

摘要

1966 zeigte Jandl im Theater an der Wien als Beitrag zu den Festwochen die Lautgedicht-Collage szenen aus dem wirklichen leben. Mit zehn Jahren Verspätung und einem Nachwort von Helmut Heißenbüttel erschien 1966 die Sammlung Konkreter Poesie Laut und Luise, freilich versteckt in einer bibliophilen Reihe des Schweizer Walter-Verlags. Die Gesellschaft für Literatur in Wien überraschte damit ihre konservativen Stammhörer bei einer ersten Doppellesung Jandl-Mayröcker, die dann in Berlin Walter Höllerer in der Akademie der Künste wiederholte. 1966 trat Jandl auch mit Dieter Glawischnig in Linz erstmals in einem Jazzclub auf. Otto F. Walter wurde Literaturchef bei Luchterhand und druckte dort 1968 den Gedichtband Sprechblasen. In einem BBC-Workshop in London probierte Jandl erstmals die Stereo-Technik aus. Das mit Friederike Mayröcker 1968 beim Südwestfunk geschaffene Stereowerk Fünf Mann Menschen wurde 1969 mit dem Hörspielpreis der Kriegsblinden ausgezeichnet. Hörspiele im Westdeutschen Rundfunk Köln folgten, das Bayerische Radio produzierte mit Jandl als Sprecher Das Röcheln der Mona Lisa. Mehr noch als der Rundfunk brachten die Wagenbach-Schallplatten Jandls Lyrik zu den Studenten der bewegten Semester - auf dem deutschen Lyrikmarkt, den er mit dem Freund Erich Fried teilte.