In den frühen 1960er-Jahren gewann Ernst Jandl rasch Rang und Namen in der internationalen Szene der auf Metaphern verzichtenden, Klang- und Schriftbilder ausreizenden „Konkreten Poesie“. Als erster nahm in Stuttgart Reinhard Döhl Jandl-Gedichte in einen Sammelband auf. Eugen Gomringer und Max Bense, die Theoretiker der Konkreten Poesie, druckten in ihren Broschürenreihen Jandl-Hefte. Bald wurde er der „Stuttgarter Gruppe“ zugeordnet, zu Bense, Helmut Heißenbüttel, Franz Mon, Ludwig Harig und Döhl. 1964 stellte er seine performative Rhetorik mit Lesungen in Stuttgart sowie in Graz im Forum Stadtpark vor. Ein widerständiges Dichterpaar im Netzwerk der Konkreten Poesie half ihm in Prag: Josef Hiršal und Bohumila Grögerová. Als ihm die Schule ein Freijahr gewährte, reiste Jandl nach Schottland zu Ian Hamilton Finlay. Mit diesem Dichter und Gartenkünstler sowie dem Dada-Altmeister Raoul Hausmann in Frankreich korrespondierte er über Schreibprobleme. Unübertroffen blieb Jandls Erfolg am 11. Juni 1965 in der Londoner Royal Albert Hall bei einem Poetry Rave mit den „Beat“-Vormännern Allen Ginsberg und Gregory Corso, wo er mit seiner „Ode an N[apoleon]“ und Schwitters-Gedichten 5000 Zuhörer zum Rasen brachte.

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Kapitel 4: Der Weg aus Österreich hinaus

  • Hans Haider

摘要

In den frühen 1960er-Jahren gewann Ernst Jandl rasch Rang und Namen in der internationalen Szene der auf Metaphern verzichtenden, Klang- und Schriftbilder ausreizenden „Konkreten Poesie“. Als erster nahm in Stuttgart Reinhard Döhl Jandl-Gedichte in einen Sammelband auf. Eugen Gomringer und Max Bense, die Theoretiker der Konkreten Poesie, druckten in ihren Broschürenreihen Jandl-Hefte. Bald wurde er der „Stuttgarter Gruppe“ zugeordnet, zu Bense, Helmut Heißenbüttel, Franz Mon, Ludwig Harig und Döhl. 1964 stellte er seine performative Rhetorik mit Lesungen in Stuttgart sowie in Graz im Forum Stadtpark vor. Ein widerständiges Dichterpaar im Netzwerk der Konkreten Poesie half ihm in Prag: Josef Hiršal und Bohumila Grögerová. Als ihm die Schule ein Freijahr gewährte, reiste Jandl nach Schottland zu Ian Hamilton Finlay. Mit diesem Dichter und Gartenkünstler sowie dem Dada-Altmeister Raoul Hausmann in Frankreich korrespondierte er über Schreibprobleme. Unübertroffen blieb Jandls Erfolg am 11. Juni 1965 in der Londoner Royal Albert Hall bei einem Poetry Rave mit den „Beat“-Vormännern Allen Ginsberg und Gregory Corso, wo er mit seiner „Ode an N[apoleon]“ und Schwitters-Gedichten 5000 Zuhörer zum Rasen brachte.