Einleitung
摘要
Da gehen Ernst Jandl und Friederike Mayröcker! Dieses berühmte literarische Paar, in seiner Heimat Wien, halb Europa und den USA gemeinsam aufgetreten, wurde im Jahr 2000 durch Ernst Jandls Tod auseinandergerissen. Erstmals wird nun eine Lebens- und Schaffensgeschichte des Sprech-Dichters, Sprach-Performers und Jazz-Vokalisten vorgelegt – eine „konkrete“ Biographie, geschöpft aus Dokumenten in sechzig öffentlichen und privaten Archiven. Die persönliche Nähe des Verfassers zum Freund und Nachbarn Ernst Jandl legte zugunsten einer tatsachenorientierten Sehweise den Verzicht auf jedes Deutungsprivileg nahe, sie erwies sich aber bei den Recherchen als hilfreich. Jandls Briefwerk wurde erstmals durchforscht nach Aussagen zu sich selbst und den Bedingungen seines Schreibens in zunehmend häufigeren Depressionen. Der Pionier der internationalen Laut- und Bildpoesie erfand später eine „heruntergekommene“ Sprache und machte sich zuletzt im Leben Dialektmuster nutzbar. Er bezeichnete sich als „deutschen Dichter“ und lehnte politische Grenzen im deutschen Sprachraum ab. Sein Wortpaar „lechts“ und „rinks“ in seinem Gedicht „lichtung“ ging in den allgemeinen Sprachgebrauch ein.