Phasen der Migräne
摘要
Bei etwa 10 % der Migränepatienten beginnt der Anfall mit neurologischen, fokalen Störungen, die als Aura bezeichnet werden. Die Migräneaura tritt meist vor der Kopfschmerzphase auf und dauert typischerweise 10 bis 30 min. Sie umfasst eine Vielzahl von Symptomen, darunter visuelle, sensorische, motorische, sprachliche und affektive Störungen. Visuelle Auren, die häufigste Form, manifestieren sich oft durch Lichtblitze, Zick-Zack-Linien oder flimmernde Skotome. Sensorische Auren zeigen sich typischerweise als Kribbeln, das sich entlang des Körpers ausbreitet, während motorische Störungen, wie Muskelschwäche, seltener sind. Die Aura verläuft meist episodisch und migriert räumlich und zeitlich. Ihre Ursachen werden in fokalen, zerebralen Störungen vermutet. Obwohl sie oft mit Migränekopfschmerzen einhergeht, kann die Aura auch isoliert auftreten, insbesondere bei älteren Patienten oder während der Schwangerschaft. Die Schmerzphase einer Migräneattacke dauert typischerweise einen Tag, kann aber zwischen vier und 72 h variieren. Längere Attacken von mehr als drei Tagen werden als Status migraenosus bezeichnet. Charakteristisch sind Begleitsymptome wie Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit, die oft mit der Schmerzintensität korrelieren. Viele Patienten empfinden sensorische Reize wie Licht, Lärm oder Gerüche als äußerst unangenehm, was zu einer ausgeprägten Überempfindlichkeit führt. Auch Veränderungen im Erscheinungsbild, wie eine fahle Haut, eingefallene Wangen und glanzlose Augen, können auftreten. Zusätzlich berichten Betroffene häufig über Darmbeschwerden wie Bauchschmerzen, Verstopfung oder Durchfall. Psychische Symptome wie Angst, Müdigkeit, Denkverlangsamung und eine stark verminderte Konzentrationsfähigkeit belasten die Patienten während der Attacke zusätzlich. Nach der eigentlichen Schmerzphase folgt oft eine Rückbildungsphase, die von Erschöpfung, Müdigkeit und einer erhöhten Schmerzempfindlichkeit geprägt ist. Diese Phase kann ein bis zwei Tage andauern, während viele Betroffene weiteren Schlaf benötigen, um sich zu erholen. Auch außerhalb der akuten Attacken, im sogenannten Migräneintervall, bleibt das Gehirn besonders empfindlich für sensorische Reize. Eine reduzierte Fähigkeit, wiederholte Stimuli zu ignorieren, kann die nächste Attacke begünstigen. Migräne ist daher nicht nur eine episodische Kopfschmerzerkrankung, sondern eine komplexe Belastung, die sowohl während der Attacken als auch zwischen diesen das Leben der Betroffenen erheblich beeinträchtigen kann.