Migräne ist in verschiedenen Lebensphasen der Frau eng mit hormonellen Veränderungen verknüpft, was sich auf Aspekte wie Brustkrebsrisiko, hormonelle Verhütung und Menopause auswirkt. Eine amerikanische Studie legt nahe, dass Frauen mit Migräne ein um 30 % reduziertes Brustkrebsrisiko im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung haben. Die hormonelle Grundlage beider Erkrankungen, insbesondere die Rolle von Östrogen, könnte diesen Zusammenhang erklären. Allerdings weist die Studie methodische Einschränkungen auf, und es bleibt unklar, ob die Ergebnisse auf alle Migränepatientinnen übertragbar sind. Schwangerschaft scheint sowohl vor Brustkrebs als auch vor Migräne zu schützen. Neuere Studien betonen zudem die Rolle von Progestagen bei der Entstehung von Brustkrebs. Orale Kontrazeptiva werden häufig als Ursache für Migräneattacken vermutet, doch die Studienlage zeigt kein eindeutiges Bild. Während einige Studien ein erhöhtes Auftreten von Migräne bei bis zu 50 % der Anwenderinnen berichten, zeigen andere sogar Verbesserungen bei 35 % der Betroffenen. Kontrollierte Studien belegen keinen signifikanten Unterschied zwischen Kontrazeptiva und Placebo. Das Neuauftreten von Migräne wird oft statistisch mit der Einführung oraler Verhütungsmittel in der Jugend assoziiert, ohne dass eine kausale Verbindung besteht. Die Migränetherapie unterscheidet sich nicht je nach Kontrazeptionsmethode, und Interferenzen zwischen Migränemedikamenten und oralen Kontrazeptiva sind nicht bekannt. Bei therapierefraktären Fällen kann ein Auslassversuch sinnvoll sein, verbunden mit der Empfehlung alternativer Verhütungsmethoden. Da Migräne das Risiko für Schlaganfälle um das 2- bis 3-Fache erhöht, sollten Patientinnen mit schwerer Migräne keine kombinierten hormonellen Kontrazeptiva verwenden. Zudem werden eine engmaschige Überwachung sowie die Vermeidung von Risikofaktoren wie Rauchen empfohlen. Entgegen der Annahme, dass Migräne im Alter an Häufigkeit und Intensität abnimmt, zeigen Studien, dass bei etwa 50 % der Frauen keine Veränderung auftritt und bei 47 % sogar eine Verschlechterung beobachtet wird. Maßnahmen wie Hysterektomie oder Ovarektomie, die manchmal zur Behandlung schwerer Migräne vorgeschlagen werden, zeigen keinen positiven Effekt auf den Verlauf der Erkrankung. Auch hormonelle Therapien in der Menopause haben keinen Einfluss auf die Migräne, weshalb die Behandlung wie üblich fortgeführt wird. Im hohen Alter, jenseits von 75 bis 80 Jahren, tritt Migräne jedoch seltener auf. Gründe könnten ein tatsächliches Sistieren der Erkrankung, eine höhere Sterblichkeit von Migränepatienten oder Mobilitätseinschränkungen im Alter sein.

错误:搜索内容不能为空,请输入英文关键词
错误:关键词超出字数限制,请精简
高级检索

Weitere gynäkologische Aspekte der Migräne

  • Hartmut Göbel

摘要

Migräne ist in verschiedenen Lebensphasen der Frau eng mit hormonellen Veränderungen verknüpft, was sich auf Aspekte wie Brustkrebsrisiko, hormonelle Verhütung und Menopause auswirkt. Eine amerikanische Studie legt nahe, dass Frauen mit Migräne ein um 30 % reduziertes Brustkrebsrisiko im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung haben. Die hormonelle Grundlage beider Erkrankungen, insbesondere die Rolle von Östrogen, könnte diesen Zusammenhang erklären. Allerdings weist die Studie methodische Einschränkungen auf, und es bleibt unklar, ob die Ergebnisse auf alle Migränepatientinnen übertragbar sind. Schwangerschaft scheint sowohl vor Brustkrebs als auch vor Migräne zu schützen. Neuere Studien betonen zudem die Rolle von Progestagen bei der Entstehung von Brustkrebs. Orale Kontrazeptiva werden häufig als Ursache für Migräneattacken vermutet, doch die Studienlage zeigt kein eindeutiges Bild. Während einige Studien ein erhöhtes Auftreten von Migräne bei bis zu 50 % der Anwenderinnen berichten, zeigen andere sogar Verbesserungen bei 35 % der Betroffenen. Kontrollierte Studien belegen keinen signifikanten Unterschied zwischen Kontrazeptiva und Placebo. Das Neuauftreten von Migräne wird oft statistisch mit der Einführung oraler Verhütungsmittel in der Jugend assoziiert, ohne dass eine kausale Verbindung besteht. Die Migränetherapie unterscheidet sich nicht je nach Kontrazeptionsmethode, und Interferenzen zwischen Migränemedikamenten und oralen Kontrazeptiva sind nicht bekannt. Bei therapierefraktären Fällen kann ein Auslassversuch sinnvoll sein, verbunden mit der Empfehlung alternativer Verhütungsmethoden. Da Migräne das Risiko für Schlaganfälle um das 2- bis 3-Fache erhöht, sollten Patientinnen mit schwerer Migräne keine kombinierten hormonellen Kontrazeptiva verwenden. Zudem werden eine engmaschige Überwachung sowie die Vermeidung von Risikofaktoren wie Rauchen empfohlen. Entgegen der Annahme, dass Migräne im Alter an Häufigkeit und Intensität abnimmt, zeigen Studien, dass bei etwa 50 % der Frauen keine Veränderung auftritt und bei 47 % sogar eine Verschlechterung beobachtet wird. Maßnahmen wie Hysterektomie oder Ovarektomie, die manchmal zur Behandlung schwerer Migräne vorgeschlagen werden, zeigen keinen positiven Effekt auf den Verlauf der Erkrankung. Auch hormonelle Therapien in der Menopause haben keinen Einfluss auf die Migräne, weshalb die Behandlung wie üblich fortgeführt wird. Im hohen Alter, jenseits von 75 bis 80 Jahren, tritt Migräne jedoch seltener auf. Gründe könnten ein tatsächliches Sistieren der Erkrankung, eine höhere Sterblichkeit von Migränepatienten oder Mobilitätseinschränkungen im Alter sein.