„In welcher Form könnte dies erzählbar werden?“ Ulrike Draesners Poetik der Form
摘要
Der vorliegende Beitrag nähert sich dem Begriff der ‚Form‘ durch eine Analyse des Denkens und Schaffens einer der zeitgenössischen deutschsprachigen Schriftstellerinnen, die mit literarischen Formen experimentiert, Ulrike Draesner (geb. 1962). Sie reflektiert in ihrem dichterischen Schaffen stets die Beziehung zwischen Mensch und Außenwelt durch Körper und Sprache und damit auch die literarischen Formen, die diese Beziehung am besten ausdrücken und erkunden. Ihr Nachdenken über Form kann als Teil eines umfangreichen ästhetischen Diskurses betrachtet werden, der sich vorrangig mit dem Verhältnis zwischen sinnlicher Wahrnehmung und logischer Kategorisierung beschäftigt. Mithilfe der Untersuchung von einem ihrer Gedichte (Pfingstmikrophon) und ihrer Übersetzung eines Shakespeare-Sonetts (Sonett 1) soll aufgezeigt werden, wie sie Form als etwas Dynamisches versteht, das aus textinternen wie -externen Merkmalen besteht.