Der Beitrag führt in Global Care Chains als arbeitsmigrantische Räume ein, die transnationale Achsen sozialer Reproduktion und Versorgungsketten als Globalisierungsstruktur darstellen. Der Pflegenotstand in deutschen Krankenhäusern wird seit den 1960er Jahren mit einem Spatial Fix (Harvey 2001), der transnationalen Kommodifizierung und Extraktion von Care in einem grenzüberschreitenden Markt, zu lösen versucht. Neben den Push- und Pull-Faktoren für die reproduktive internationale Arbeitsteilung in globalen Ungleichheitsstrukturen werden auch die Autonomie der Migration und die Handlungsmacht der Subjekte einbezogen. Der empirische Teil vergleicht auf Basis biographischer Interviews die erste Generation indischer Krankenpfleger:innen, die in den 1960/70er Jahren nach Deutschland kamen, mit den in den letzten zehn Jahren Zugewanderten. Analysekategorien sind ihre Motivation, Anerkennung, Arbeit und Arbeitsplatz, Respekt und Diskriminierung, transnationale Familie und schließlich die Lebensperspektive. Die biographischen Narrative spiegeln Ambivalenzen und Widersprüche, 50 jährige Kontinuitäten, aber auch eine wachsende Autonomie. Trotz massiver Hürden und Ausgrenzungen dokumentieren sie große Lebens‑, Arbeits- und Emanzipationsleistungen.

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Transnationale Sorgeketten als arbeits- und sozialgeographische Kategorie. Indische Krankenpflegekräfte in Deutschland

  • Christa Wichterich

摘要

Der Beitrag führt in Global Care Chains als arbeitsmigrantische Räume ein, die transnationale Achsen sozialer Reproduktion und Versorgungsketten als Globalisierungsstruktur darstellen. Der Pflegenotstand in deutschen Krankenhäusern wird seit den 1960er Jahren mit einem Spatial Fix (Harvey 2001), der transnationalen Kommodifizierung und Extraktion von Care in einem grenzüberschreitenden Markt, zu lösen versucht. Neben den Push- und Pull-Faktoren für die reproduktive internationale Arbeitsteilung in globalen Ungleichheitsstrukturen werden auch die Autonomie der Migration und die Handlungsmacht der Subjekte einbezogen. Der empirische Teil vergleicht auf Basis biographischer Interviews die erste Generation indischer Krankenpfleger:innen, die in den 1960/70er Jahren nach Deutschland kamen, mit den in den letzten zehn Jahren Zugewanderten. Analysekategorien sind ihre Motivation, Anerkennung, Arbeit und Arbeitsplatz, Respekt und Diskriminierung, transnationale Familie und schließlich die Lebensperspektive. Die biographischen Narrative spiegeln Ambivalenzen und Widersprüche, 50 jährige Kontinuitäten, aber auch eine wachsende Autonomie. Trotz massiver Hürden und Ausgrenzungen dokumentieren sie große Lebens‑, Arbeits- und Emanzipationsleistungen.