Messung des Einflusses einer alternden Bevölkerung und anderer nachfrageseitiger Determinanten auf die Inanspruchnahme stationärer Leistungen
摘要
In Politik und Praxis wird häufig davon ausgegangen, dass die Nachfrage nach Gesundheitsleistungen mit der Alterung der Bevölkerung zunimmt und entsprechend eine Erhöhung der Inanspruchnahme unvermeidlich ist. In Deutschland stiegen die stationären Fallzahlen von einem im internationalen Vergleich hohen Ausgangsniveau von 16,5 Mio. im Jahr 2005 auf 19,5 Mio. im Jahr 2016, was den mit Abstand größten prozentualen Anstieg der Krankenhausaufnahmen unter den OECD-Ländern darstellt, obwohl die Bevölkerungszahl nahezu gleich geblieben ist (Statistisches Bundesamt 2015). Der starke Anstieg in diesem Zeitraum ist aus empirischer Sicht gut geeignet, den Effekt der Alterung der Bevölkerung und anderer nachfrageseitiger Faktoren auf die Fallzahlentwicklung zu untersuchen. Die meisten neueren Studien aus anderen Ländern kommen basierend auf State-of-the-Art-Methoden zu dem Schluss, dass nachfrageseitige oder patientenbezogene Faktoren nur eine begrenzte Rolle spielen und dass die Angebotsseite eine wichtigere Rolle für die Schwankungen und das Wachstum der Inanspruchnahme des Gesundheitswesens und der Ausgaben in entwickelten Volkswirtschaften spielt (Chandra et al. 2011; Finkelstein et al. 2016; Hsiao und Heller 2007). Dabei scheinen wichtige Unterschiede in den Effekten zwischen verschiedenen Sektoren des Gesundheitswesens zu existieren.