Laut amtlicher Pflegestatistik waren 2023 rund 5,7 Mio. Menschen in Deutschland pflegebedürftig. Sie kennzeichnet eine i. d. R. erhöhte Morbidität und Vulnerabilität. Aufenthalte im Krankenhaus sind häufig. Gleichsam sind diese Transfers von der Häuslichkeit bzw. vom Pflegeheim in ein Krankenhaus oftmals insbesondere bei Betagten mit somatischen und psychischen Belastungen und bei einer vorliegenden dementiellen Erkrankung mit kognitiven Verschlechterungen assoziiert. Eine sorgsame und individuelle Abwägung von Nutzen und Risiken eines Krankenhausaufenthalts stellt damit eine zentrale Versorgungsentscheidung dar. Die Fragen nach der Vermeidbarkeit eines Transfers ins Krankenhaus und entsprechenden Versorgungsalternativen sind grundlegend. Der vorliegende Beitrag nähert sich auf Basis der Diagnoselistung für die sogenannten Pflegeheim-sensitiven Krankenhausaufenthalte (PSK) einer Schätzung der Häufigkeit potenziell vermeidbaren Hospitalisierungen bei Pflegebedürftigen und verwendet hierbei anonymisierte Abrechnungsdaten der AOK-Kranken- und Pflegekassen. Die Analyse zeigt: hochgerechnet auf die Pflegebedürftigen der Gesamtbevölkerung sind 36 % aller Krankenhausfälle von Pflegebedürftigen durch eine PSK-Hauptdiagnose begründet. Neben abgeleiteten Optimierungsbedarf, vor allem in der ambulant-ärztlichen Versorgung von Pflegebedürftigen besteht Forschungsbedarf. Denn: die PSK-Listung wurde grundsätzlich für die Zielgruppe der Pflegeheimbewohnenden entwickelt. Die ambulant Gepflegten jedoch bilden den weitaus größten Teil der Pflegebedürftigen in Deutschland.

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Schnittstelle Krankenhausbehandlung und Langzeitpflege: potenziell vermeidbare Krankenhausfälle

  • Susann Behrendt,
  • Chrysanthi Tsiasioti,
  • Antje Schwinger

摘要

Laut amtlicher Pflegestatistik waren 2023 rund 5,7 Mio. Menschen in Deutschland pflegebedürftig. Sie kennzeichnet eine i. d. R. erhöhte Morbidität und Vulnerabilität. Aufenthalte im Krankenhaus sind häufig. Gleichsam sind diese Transfers von der Häuslichkeit bzw. vom Pflegeheim in ein Krankenhaus oftmals insbesondere bei Betagten mit somatischen und psychischen Belastungen und bei einer vorliegenden dementiellen Erkrankung mit kognitiven Verschlechterungen assoziiert. Eine sorgsame und individuelle Abwägung von Nutzen und Risiken eines Krankenhausaufenthalts stellt damit eine zentrale Versorgungsentscheidung dar. Die Fragen nach der Vermeidbarkeit eines Transfers ins Krankenhaus und entsprechenden Versorgungsalternativen sind grundlegend. Der vorliegende Beitrag nähert sich auf Basis der Diagnoselistung für die sogenannten Pflegeheim-sensitiven Krankenhausaufenthalte (PSK) einer Schätzung der Häufigkeit potenziell vermeidbaren Hospitalisierungen bei Pflegebedürftigen und verwendet hierbei anonymisierte Abrechnungsdaten der AOK-Kranken- und Pflegekassen. Die Analyse zeigt: hochgerechnet auf die Pflegebedürftigen der Gesamtbevölkerung sind 36 % aller Krankenhausfälle von Pflegebedürftigen durch eine PSK-Hauptdiagnose begründet. Neben abgeleiteten Optimierungsbedarf, vor allem in der ambulant-ärztlichen Versorgung von Pflegebedürftigen besteht Forschungsbedarf. Denn: die PSK-Listung wurde grundsätzlich für die Zielgruppe der Pflegeheimbewohnenden entwickelt. Die ambulant Gepflegten jedoch bilden den weitaus größten Teil der Pflegebedürftigen in Deutschland.