In der medizinischen Logistik werden entsprechend der BioStoffV vor allem als Gefahrstoff klassifizierte Substanzen transportiert. Die Mitnahme von Gefahrstoffen in einem unbemannten Luftfahrzeug ist grundsätzlich genehmigungspflichtig. Mit dem Transport von Gefahrstoffen sind gleichzeitig spezielle Anforderungen an Verpackung und Handling verbunden. Im Bereich der Drohnenlogistik haben Untersuchungen und praktische Versuche gezeigt, dass die herkömmlichen am Boden eingesetzte Verpackungslösungen aufgrund der bei einem potenziellen Absturz des Luftfahrzeuges wirkenden Kräfte ein Freisetzen des Transportgutes nicht sicher verhindern können. Aufgrund des in einer Drohne begrenzt zur Verfügung stehenden Transportvolumens, des möglichen Mitnahmegewichts und der potenziellen Krafteinwirkung, müssen die Verpackungen an das Luftfahrzeug angepasst werden. Dafür sind verstärkte Folientüten notwendig. Die Transportverpackungen können hinsichtlich ihrer Schutzwirkung als hochwirksam eingeschätzt werden, die eingesetzten Materialien sind dagegen ökologisch bedenklich. Die angestrebte Qualität der für die Verpackung verwendeten Folien verhindert den Einsatz von recycelten Materialien und erschwert auch die Wiederverwendung nach dem Gebrauch. Für die Aufrechterhaltung der Qualität des Transportgutes sind vor allem die vorgegebenen Temperaturbereiche einzuhalten und Vibrationen zu vermeiden. Die Einhaltung der Kühlkette ist in der Drohnenlogistik aufgrund der notwendigen Miniaturisierung des Kühlsystems im Vergleich zum Bodentransports wesentlich komplexer. Eine grundsätzliche Empfehlung zum Einsatz eines aktiven oder passiven Kühlsystems kann nach Abwägung der jeweiligen Vor- und Nachteile nicht gegeben werden. Die letztendliche Auswahl des Kühlsystems hängt vor allem von den allgemeinen Umgebungstemperaturen im Fluggebiet, der Länge der Transportstrecke und von den technischen Parametern des Luftfahrzeugs selbst ab. Während des Transportvorganges sind Vibrationen zu berücksichtigen. In einigen Fällen kann durch Vibrationen die Struktur der zu transportierenden Stoffe nachteilig verändert werden, sodass diese Stoffe am Ende unbrauchbar werden. Beispielsweise kann eine beabsichtigte Laboranalyse zu falschen Ergebnissen führen oder eine als Emulsion verabreichten Medizin durch unerwünschte Frequenzen aufgeschäumt werden und damit die ursprünglich beabsichtigte Wirkung verlieren.

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Organisation von Transportgütern

  • Holger Schulze

摘要

In der medizinischen Logistik werden entsprechend der BioStoffV vor allem als Gefahrstoff klassifizierte Substanzen transportiert. Die Mitnahme von Gefahrstoffen in einem unbemannten Luftfahrzeug ist grundsätzlich genehmigungspflichtig. Mit dem Transport von Gefahrstoffen sind gleichzeitig spezielle Anforderungen an Verpackung und Handling verbunden. Im Bereich der Drohnenlogistik haben Untersuchungen und praktische Versuche gezeigt, dass die herkömmlichen am Boden eingesetzte Verpackungslösungen aufgrund der bei einem potenziellen Absturz des Luftfahrzeuges wirkenden Kräfte ein Freisetzen des Transportgutes nicht sicher verhindern können. Aufgrund des in einer Drohne begrenzt zur Verfügung stehenden Transportvolumens, des möglichen Mitnahmegewichts und der potenziellen Krafteinwirkung, müssen die Verpackungen an das Luftfahrzeug angepasst werden. Dafür sind verstärkte Folientüten notwendig. Die Transportverpackungen können hinsichtlich ihrer Schutzwirkung als hochwirksam eingeschätzt werden, die eingesetzten Materialien sind dagegen ökologisch bedenklich. Die angestrebte Qualität der für die Verpackung verwendeten Folien verhindert den Einsatz von recycelten Materialien und erschwert auch die Wiederverwendung nach dem Gebrauch. Für die Aufrechterhaltung der Qualität des Transportgutes sind vor allem die vorgegebenen Temperaturbereiche einzuhalten und Vibrationen zu vermeiden. Die Einhaltung der Kühlkette ist in der Drohnenlogistik aufgrund der notwendigen Miniaturisierung des Kühlsystems im Vergleich zum Bodentransports wesentlich komplexer. Eine grundsätzliche Empfehlung zum Einsatz eines aktiven oder passiven Kühlsystems kann nach Abwägung der jeweiligen Vor- und Nachteile nicht gegeben werden. Die letztendliche Auswahl des Kühlsystems hängt vor allem von den allgemeinen Umgebungstemperaturen im Fluggebiet, der Länge der Transportstrecke und von den technischen Parametern des Luftfahrzeugs selbst ab. Während des Transportvorganges sind Vibrationen zu berücksichtigen. In einigen Fällen kann durch Vibrationen die Struktur der zu transportierenden Stoffe nachteilig verändert werden, sodass diese Stoffe am Ende unbrauchbar werden. Beispielsweise kann eine beabsichtigte Laboranalyse zu falschen Ergebnissen führen oder eine als Emulsion verabreichten Medizin durch unerwünschte Frequenzen aufgeschäumt werden und damit die ursprünglich beabsichtigte Wirkung verlieren.