Routinedaten der Krankenkassen sind in der onkologischen Versorgungsforschung inzwischen als wertvolle Datenquelle anerkannt. Analysen auf Basis von Krankenkassendaten untersuchen die Versorgungssituation sowie Nutzen und Risiken von Interventionen unter Alltagsbedingungen und liefern damit wichtige Erkenntnisse über den populationsbezogenen Nutzen von Versorgungsmaßnahmen. Nachteile und Grenzen ergeben sich daraus, dass Krankenkassendaten nicht für Forschungszwecke generiert, sondern einer wissenschaftlichen Sekundärnutzung zugeführt werden. Neben dem Fehlen von Informationen, die für die Beurteilung onkologischer Versorgungsleistungen von zentraler Bedeutung sind, liegen die methodischen Herausforderungen in der Missklassifikation und dem Confounding. Es ist zu erwarten, dass die in Routinedaten nicht enthaltenen Angaben, sofern datenschutzrechtlich zulässig, in Zukunft in größerem Maße mit Informationen aus anderen Datenbeständen wie Registerdaten, elektronischen Patientenakten oder Primärdaten aus Studien vervollständigt werden. Mit einer Formierung von (strategischen) Allianzen verschiedener Datenhalter und Datenverarbeitungsinstanzen ist zu rechnen.

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Analysen aus Routinedaten der Krankenkassen

  • Holger Gothe

摘要

Routinedaten der Krankenkassen sind in der onkologischen Versorgungsforschung inzwischen als wertvolle Datenquelle anerkannt. Analysen auf Basis von Krankenkassendaten untersuchen die Versorgungssituation sowie Nutzen und Risiken von Interventionen unter Alltagsbedingungen und liefern damit wichtige Erkenntnisse über den populationsbezogenen Nutzen von Versorgungsmaßnahmen. Nachteile und Grenzen ergeben sich daraus, dass Krankenkassendaten nicht für Forschungszwecke generiert, sondern einer wissenschaftlichen Sekundärnutzung zugeführt werden. Neben dem Fehlen von Informationen, die für die Beurteilung onkologischer Versorgungsleistungen von zentraler Bedeutung sind, liegen die methodischen Herausforderungen in der Missklassifikation und dem Confounding. Es ist zu erwarten, dass die in Routinedaten nicht enthaltenen Angaben, sofern datenschutzrechtlich zulässig, in Zukunft in größerem Maße mit Informationen aus anderen Datenbeständen wie Registerdaten, elektronischen Patientenakten oder Primärdaten aus Studien vervollständigt werden. Mit einer Formierung von (strategischen) Allianzen verschiedener Datenhalter und Datenverarbeitungsinstanzen ist zu rechnen.