Exilanten und Exekution
摘要
Während im privaten Umfeld der Professorenfamilie alles in bester Ordnung war, ging es im politischen Leben Zürichs in jenen Jahren nicht immer so gemütlich zu, wie man sich das aus heutiger Sicht vielleicht vorstellt. Auch in der Schweiz hinterließ der revolutionäre Geist Europas zu Beginn der 1830er-Jahre seine Spuren. Im Kanton Zürich hatten sich am 22. November 1830 auf einem Hügel bei Uster über 10.000 Bürger versammelt und sich auf wesentliche Forderungen geeinigt, die in eine neue Verfassung einfließen sollten: die Gleichstellung von Stadt- und Landbevölkerung, die Aufhebung von Adelsprivilegien und eine Verbesserung des Schulwesens, um nur einige zu nennen. Der „Ustertag“, der als entscheidender Wendepunkt hin zum modernen Zürich gilt, lag also bei Gründung der Universität noch keine drei Jahre zurück. So ist es nicht verwunderlich, dass in der Schweizer Gesellschaft immer noch ein erhebliches Konfliktpotenzial zwischen Radikalen, Liberalen und Konservativen, zwischen Stadt und Land sowie zwischen Protestanten und Katholiken bestand. Und die gerade gegründete Züricher Hochschule, das Renommierprojekt der fortschrittlichen Kräfte, war natürlich ein Brennpunkt in diesem Spannungsfeld. Schönlein wiegelte in einem Brief an seinen Onkel ab: