„Wie man wird, was man ist“
摘要
Zur Beurteilung, ob Nietzsche, Wittgenstein und Sontag ein gelungenes Leben führten, können ihre letzten Worte herangezogen werden. Nietzsches Aussage „Mutter, ich bin dumm“ ließe sich als kritische Selbstreflexion interpretieren, während Wittgensteins „Sagen Sie ihnen, daß ich ein wundervolles Leben hatte“ seine Autonomie betont. Sontags unvollendeter Satz „Ich will dir sagen…“ spiegelt ihre lebenslange Neugier wider. Alle drei Denker:innen arbeiteten zeitlebens an sich selbst – lesend und schreibend, mit Hilfe von Wohnortwechseln, mentaler Arbeit oder künstlerischer Praxis. Sie erlangten Selbsterkenntnis durch kritische Selbstbefragung ebenso wie durch Relektüre anderer Autor:innen. Bis zum Schluss blieben sie selbstkritisch, neugierig und experimentierfreudig und unterzogen ihr Leben wiederholt einer Revision. Diese Ergebnisse werden abschließend mit neueren Studien aus der Psychologie, Medizin, Kunst- und Musiktherapie sowie der Klima- und Gesundheitsforschung abgeglichen.