Die proktologische Operation zeichnet sich durch drei wesentliche Besonderheiten aus: die hohe Schmerzsensibilität, die fortlaufende Funktionsnotwendigkeit und die Wundsetzung mit vornehmlich offener Wundbehandlung in intertriginöser Lokalisation. Anders als bei den grundsätzlich operativ zu behandelnden Abszessen und fistelnden Erkrankungen sollten beim Hämorrhoidalleiden und den funktionellen Störungen zunächst alle konservativen Möglichkeiten in Betracht gezogen und operative Eingriffe als Wahloperation individuell mit dem Patienten besprochen und kritisch indiziert werden. Wichtig erscheint die Aufklärung über die Heilungsdauer proktologischer Wunden und die Anleitung und Sicherstellung der Wundbehandlung möglichst durch den Patienten selbst. Die lokal hohe Sensibilität erfordert postoperativ eine standardisierte Analgetikatherapie, auch um eine möglichst ungestörte Funktionalität bei angestrebter geformter Stuhlkonsistenz zu ermöglichen. Für den Eingriff selbst hat sich gegenüber der Vollnarkose die regionale Anästhesie (Spinalanästhesie oder Sattelblock) als vorteilhaft erwiesen. Der Einsatz von Antibiotika sollte speziellen rekonstruktiven Operationen und systemischen Risikosituationen vorbehalten bleiben.

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Die proktologische Operation und Wundbehandlung

  • Michael Stoll

摘要

Die proktologische Operation zeichnet sich durch drei wesentliche Besonderheiten aus: die hohe Schmerzsensibilität, die fortlaufende Funktionsnotwendigkeit und die Wundsetzung mit vornehmlich offener Wundbehandlung in intertriginöser Lokalisation. Anders als bei den grundsätzlich operativ zu behandelnden Abszessen und fistelnden Erkrankungen sollten beim Hämorrhoidalleiden und den funktionellen Störungen zunächst alle konservativen Möglichkeiten in Betracht gezogen und operative Eingriffe als Wahloperation individuell mit dem Patienten besprochen und kritisch indiziert werden. Wichtig erscheint die Aufklärung über die Heilungsdauer proktologischer Wunden und die Anleitung und Sicherstellung der Wundbehandlung möglichst durch den Patienten selbst. Die lokal hohe Sensibilität erfordert postoperativ eine standardisierte Analgetikatherapie, auch um eine möglichst ungestörte Funktionalität bei angestrebter geformter Stuhlkonsistenz zu ermöglichen. Für den Eingriff selbst hat sich gegenüber der Vollnarkose die regionale Anästhesie (Spinalanästhesie oder Sattelblock) als vorteilhaft erwiesen. Der Einsatz von Antibiotika sollte speziellen rekonstruktiven Operationen und systemischen Risikosituationen vorbehalten bleiben.