Anorektale Funktionsstörungen
摘要
Funktionelle Störungen sind in der proktologischen Praxis ein alltägliches Phänomen als führendes Krankheitsbild oder häufiges Begleitproblem anderer Erkrankungen. Die Leitsymptome Stuhlentleerungsstörung und Inkontinenz sind wesentlich subjektiv geprägt, dies gilt auch für Schmerzzustände ohne ersichtliches Korrelat. Besser objektivierbar sind die verschiedenen Prolapsformen. Alle diese Symptomatiken können Ausdruck einer Beckenbodeninsuffizienz sein und sich in verschiedenen Ausprägungen überschneiden. Bei der Stuhlentleerungsstörung gilt es, zwischen einer Slow-Transit-Transportstörung und einer Outlet-Obstruktion zu unterscheiden, insbesondere, wenn nach unbefriedigendem, konservativem Therapieversuch operative Maßnahmen in Betracht gezogen werden. Dann ist zuvor eine entsprechend erweiterte Diagnostik erforderlich. Auch die Inkontinenz wird primär konservativ behandelt; Krankheitswert und Behandlungserfolg sind bei einer nur aufgrund der Anamnese zu stellenden Diagnose subjektiv geprägt und dementsprechend individuell zu bewerten. Dieser Umstand erschwert auch die Erstellung von Leitlinien und die Vergleichbarkeit von Studienergebnissen. Die verschiedenen anorektalen Prolapsformen können zunächst eher mit einer Stuhlentleerungsstörung, im weiteren Verlauf zunehmend, zunächst maskiert, mit einer Inkontinenzsymptomatik vergesellschaftet sein. Seltener finden sich Schmerzsyndrome ohne ein fassbares Korrelat, die nur anhand ihrer Anamnese abgegrenzt werden können und entsprechend symptomatisch zu behandeln sind.