Während im Recht sowohl ‚Normativität‘ eine anerkannte Qualität als auch ‚Geltung‘ eine eingeführte Kategorie ist, werden beide Begriffe im Bereich der Literatur und der Literaturwissenschaft nur vereinzelt gebraucht. Sprache und Rhetorik bilden ein tertium comparationis für die Diskussion des Verhältnisses von Recht und Literatur im Allgemeinen, aber auch für die Frage nach Normativität und Geltung im Besonderen. Wenn für die ‚Geltung der Literatur‘ auf die Normativität des Rechts Bezug genommen wird, ist dies ein Akt rhetorischer Geltendmachung. Eine weitere These des Beitrags lautet, dass die Akteure des Rechts rechtliche Normativität durch die ‚Geltendmachung von Geltung‘ erzeugen. Er betrachtet Rechtsgeltung als rhetorisch verfasst und argumentiert, dass sich die Normativität des Rechts in einem performativen kreativen Prozess der „Geltendmachung von Geltung“ als ‚literarische Geltung‘ konzeptualisieren lässt.

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Normativität und Geltung in Recht und Literatur

  • Stefan Arnold,
  • Martina Wagner-Egelhaaf

摘要

Während im Recht sowohl ‚Normativität‘ eine anerkannte Qualität als auch ‚Geltung‘ eine eingeführte Kategorie ist, werden beide Begriffe im Bereich der Literatur und der Literaturwissenschaft nur vereinzelt gebraucht. Sprache und Rhetorik bilden ein tertium comparationis für die Diskussion des Verhältnisses von Recht und Literatur im Allgemeinen, aber auch für die Frage nach Normativität und Geltung im Besonderen. Wenn für die ‚Geltung der Literatur‘ auf die Normativität des Rechts Bezug genommen wird, ist dies ein Akt rhetorischer Geltendmachung. Eine weitere These des Beitrags lautet, dass die Akteure des Rechts rechtliche Normativität durch die ‚Geltendmachung von Geltung‘ erzeugen. Er betrachtet Rechtsgeltung als rhetorisch verfasst und argumentiert, dass sich die Normativität des Rechts in einem performativen kreativen Prozess der „Geltendmachung von Geltung“ als ‚literarische Geltung‘ konzeptualisieren lässt.