„Tollheit mit Methode“. Zum Verhältnis von Normativität und Subversion in der literarästhetischen Praxis
摘要
Die literarästhetische Praxis scheint auf den ersten Blick eine kulturelle Praxis darzustellen, für die Norm- und Regelfreiheit konstitutiv sei, gar eine Grundvoraussetzung bilde. Dass diese Annahme, der unverkennbar das autonomieästhetische Diktum einer uneingeschränkt freien Kunstpraxis zugrunde liegt, unvollständig ist und das literarische Schreiben gleichermaßen auf normbefolgenden wie normaufhebenden Strukturen beruht, gilt es mit diesem Beitrag nachzuzeichnen: Mit Rekurs auf Harald Frickes Abweichungsmodell poetischer Praxis und unter Berücksichtigung des sprachhandlungsbezogenen besonderen Status literarischer Aussagen wird die literaturureigene Wechselwirkung von Normativität und Subversion präsentiert und anschließend anhand einer Beispielanalyse von Peter Handkes lyrischem Ready-made-Gedicht „Die Aufstellung des 1. FC Nürnberg vom 27.1.1968“ (1969) exemplifiziert.