Einleitung
摘要
Wer in eine Familie mit geringem soziökonomischem Status hineingeboren wird, hat schlechtere schulische Erfolgsaussichten als ein Kind aus einer privilegierten Familie. Sozial privilegierte Kinder erbringen in Kompetenztests, wie sie etwa im Rahmen internationaler Vergleichsstudien durchgeführt werden, bessere Leistungen als Kinder aus benachteiligten Familien. Letztere erreichen oftmals minimale Kompetenzziele nicht und scheitern beispielsweise beim Verstehen einfacher Texte. Gemäß den neuesten Befunden müssen in Deutschland 25 % der Schüler:innen im Lesen als leistungsschwach gelten, darunter stammen überdurchschnittlich viele aus sozial benachteiligten Familien. Diese Schüler:innen haben zudem geringere Aussichten, in eine anspruchsvollere Schulform wie das Gymnasium aufgenommen zu werden. Im Anschluss an Raymond Boudon (1974) werden in diesem Zusammenhang ‚primäre‘ von ‚sekundären Herkunftseffekten‘ unterschieden: Nicht nur bestehen Unterschiede in den tatsächlichen Leistungen (‚primäre Effekte‘); wenn Angehörige unterschiedlicher Schichten gleiche Leistungen erbringen, werden sie unter Umständen trotzdem verschiedenen Schulformen zugewiesen (‚sekundäre Effekte‘).