In diesem Kapitel möchte ich über etwas sprechen, was meiner Erfahrung nach viele Führungskräfte im Inneren sehr beschäftigt, worüber wir aber in der Öffentlichkeit und im Business nicht gerne reden: nämlich unseren eigenen Zweifel an uns selbst – und wie uns dieser gelegentlich in unserer beruflichen Leistung ausbremst. Für einen Sportler ist die Arbeit an der eigenen mentalen Stärke ein elementarer Bestandteil seines Trainings und auch als Trainer muss man sich früh daran machen, herauszufinden, was im Geiste des Athleten geschieht, um dann gemeinsam mit ihm daran arbeiten zu können. In unserer Berufswelt ist dies leider so nicht der Regelfall: Auf den Events und Konferenzen, die wir üblicherweise besuchen, ist ausschließlich von „Success Stories“ und „Best Practices“ die Rede, in Bewerbungsrunden suchen wir „High Performer“ mit dem „perfekten Lebenslauf“ und bei Führungskräften der „alten Schule“ gilt das Sprechen über Schwäche auch immer noch als absolutes „No-Go“. Gleichzeitig jedoch wünschen wir uns heutzutage allerorts Führungskräfte, die empathisch und authentisch sind, eine gute Work-Life-Balance besitzen und mental stark sind und sich jederzeit auf neue Themen einstellen können, gerade in Zeiten des Wandels – Sie bemerken das Problem? Was im Sport normal ist, sollte es nach meinem Dafürhalten im Business auch sein: Wenn ich als Athlet Höchstleistungen bringen und im Finale gegen andere bestehen will, ist es unverzichtbar, fest daran zu glauben, dass ich das auch wirklich kann – und als Trainer muss man genau an diesem Glauben arbeiten und ihn festigen. Dieser kleine Teufel, der ab und an auf der eigenen Schulter sitzt und einem leise ins Ohr flüstert „Du kannst das eh nicht!“, der existiert bei allen Menschen – und er wurde einem meist vor langer Zeit dorthin gesetzt, in der Regel von anderen Mitmenschen, mit denen man nicht so schöne Dinge erlebt hat. Diesen persönlichen Dämon anzunehmen, transparent mit ihm umzugehen und auch mit anderen Führungskräften offen darüber zu sprechen und sich auszutauschen, sollte normal sein – ist es aber noch nicht. Also: Reden wir hier darüber.

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MENTAL – Die fünf Prozent, die alles bestimmen

  • Bernd Preuschoff

摘要

In diesem Kapitel möchte ich über etwas sprechen, was meiner Erfahrung nach viele Führungskräfte im Inneren sehr beschäftigt, worüber wir aber in der Öffentlichkeit und im Business nicht gerne reden: nämlich unseren eigenen Zweifel an uns selbst – und wie uns dieser gelegentlich in unserer beruflichen Leistung ausbremst. Für einen Sportler ist die Arbeit an der eigenen mentalen Stärke ein elementarer Bestandteil seines Trainings und auch als Trainer muss man sich früh daran machen, herauszufinden, was im Geiste des Athleten geschieht, um dann gemeinsam mit ihm daran arbeiten zu können. In unserer Berufswelt ist dies leider so nicht der Regelfall: Auf den Events und Konferenzen, die wir üblicherweise besuchen, ist ausschließlich von „Success Stories“ und „Best Practices“ die Rede, in Bewerbungsrunden suchen wir „High Performer“ mit dem „perfekten Lebenslauf“ und bei Führungskräften der „alten Schule“ gilt das Sprechen über Schwäche auch immer noch als absolutes „No-Go“. Gleichzeitig jedoch wünschen wir uns heutzutage allerorts Führungskräfte, die empathisch und authentisch sind, eine gute Work-Life-Balance besitzen und mental stark sind und sich jederzeit auf neue Themen einstellen können, gerade in Zeiten des Wandels – Sie bemerken das Problem? Was im Sport normal ist, sollte es nach meinem Dafürhalten im Business auch sein: Wenn ich als Athlet Höchstleistungen bringen und im Finale gegen andere bestehen will, ist es unverzichtbar, fest daran zu glauben, dass ich das auch wirklich kann – und als Trainer muss man genau an diesem Glauben arbeiten und ihn festigen. Dieser kleine Teufel, der ab und an auf der eigenen Schulter sitzt und einem leise ins Ohr flüstert „Du kannst das eh nicht!“, der existiert bei allen Menschen – und er wurde einem meist vor langer Zeit dorthin gesetzt, in der Regel von anderen Mitmenschen, mit denen man nicht so schöne Dinge erlebt hat. Diesen persönlichen Dämon anzunehmen, transparent mit ihm umzugehen und auch mit anderen Führungskräften offen darüber zu sprechen und sich auszutauschen, sollte normal sein – ist es aber noch nicht. Also: Reden wir hier darüber.