Die Regierungskunst der Ströme. Modellierungen fließender Gewässer in Gedichten von Klopstock, Goethe und Hölderlin
摘要
Die reißenden Ströme, die Ende des 18. Jahrhunderts zum Modell einer sich aus traditionellen Formbindungen emanzipierenden Lyrik avancieren, sind Produkte hydrologischer Regulierungspraktiken. An den Prinzipien ihrer wasserbautechnischen Umgestaltung lässt sich der Übergang von territorialpolitischen Einhegungspraktiken zu Techniken gouvernementaler Selbstregierung ablesen. Stromlyrik um 1800 emblematisiert indessen mit der Regierungskunst nicht nur ein neues politisches Paradigma, sondern lotet die Grenzen der Politisierbarkeit von Flussläufen insgesamt aus.