Onto-ökologische Milieus. Hölderlins ecopoetry des Stroms
摘要
Hölderlins Stromgedichte lassen sich insgesamt zwischen zwei Polen einordnen. Einerseits greifen sie die traditionelle Strommetapher auf, die im Rahmen eines lyrikgeschichtlichen Wandels seit der Mitte des 18. Jahrhunderts auf eine Kraft- und Bewegungsästhetik hin zugespitzt wird, welche sich im Sturm und Drang in Stromhymnen von Goethe und anderen niederschlägt. Andererseits wird der Strom lesbar als Zeichen erd- und kulturgeschichtlicher Prozesse. Ihre memoriale Poetik begründet Hölderlins Stromlyrik dadurch, dass ihre iterative Erinnerungsbemühung die irreduzible Verwobenheit des Menschen in der Natur transparent macht und die darin verhandelte Ontologie in ihrer ökologischen Dimension ausweist.