Eine zentrale (Wieder-)Entdeckung der Naturphilosophie um 1800 ist die Dynamik der organischen Natur. Für die Frage, wie sich das dynamische Werden der Natur denken lässt, bildet das Fluide eine entscheidende Folie. Während Kant die Dynamik der Natur aus zwei Grundkräften erklärt und Schelling – daran anschließend – die natura naturans als selbstlebendige, absolute und produktive Tätigkeit fasst, ist es vor allem der Bergbauingenieur und romantische Naturphilosoph Franz von Baader, der seine Überlegungen zur Dynamik der Natur mithilfe einer Erkundung des Phänomens des Fluiden vornimmt. In mehreren Abhandlungen untersucht er den Gegensatz von Flüssigem und Starrem als Grundkategorien einer dynamischen Naturauffassung. Der Beitrag weist zunächst zentrale Motive und Ansatzpunkte des Nachdenkens über Natur um 1800 auf, um auf dieser Grundlage Baaders Untersuchungen des Fluiden zu diskutieren. Damit liefert er für die naturphilosophische Seite einer romantischen Ökologie des Wassers ein einschlägiges Beispiel.

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Das Flüssige als Werkstoff des Lebendigen. Franz von Baaders naturphilosophische Erkundungen des Fluiden

  • Johanna Hueck

摘要

Eine zentrale (Wieder-)Entdeckung der Naturphilosophie um 1800 ist die Dynamik der organischen Natur. Für die Frage, wie sich das dynamische Werden der Natur denken lässt, bildet das Fluide eine entscheidende Folie. Während Kant die Dynamik der Natur aus zwei Grundkräften erklärt und Schelling – daran anschließend – die natura naturans als selbstlebendige, absolute und produktive Tätigkeit fasst, ist es vor allem der Bergbauingenieur und romantische Naturphilosoph Franz von Baader, der seine Überlegungen zur Dynamik der Natur mithilfe einer Erkundung des Phänomens des Fluiden vornimmt. In mehreren Abhandlungen untersucht er den Gegensatz von Flüssigem und Starrem als Grundkategorien einer dynamischen Naturauffassung. Der Beitrag weist zunächst zentrale Motive und Ansatzpunkte des Nachdenkens über Natur um 1800 auf, um auf dieser Grundlage Baaders Untersuchungen des Fluiden zu diskutieren. Damit liefert er für die naturphilosophische Seite einer romantischen Ökologie des Wassers ein einschlägiges Beispiel.