Am Beispiel ausgewählter Texte Hans Christian Andersens zeigt mein Beitrag, wie Darstellungen des menschlichen Blicks auf das Wasser und unterschiedlicher Wahrnehmungen des Flüssigen zum Entwurf neuer Mensch-Umwelt-Beziehungen führen können, die Vorstellungen einer menschlichen Naturbeherrschung problematisieren und poetologische Potentiale des Fluiden ausloten. Methodisch und theoretisch stütze ich mich dabei vor allem auf Beiträge aus den blue humanities. Meine Interpretation des Gedichts Phantasie ved Vesterhavet (Phantasie an der Nordsee, 1831) erkundet auch vor dem Hintergrund von Andersens Aussagen zur Entstehungsgeschichte in Mit Livs Eventyr (Das Märchen meines Lebens, 1855) das Verhältnis von Textlandschaft und außerliterarischer Realität. Das kurze Märchen Vanddraaben (Der Wassertropfen, 1847) legt Ambivalenzen des naturwissenschaftlichen Blicks auf das Wasser frei. Im Roman De to Baronesser (Die zwei Baronessen, 1848) spielt das Meer nicht nur für die Handlung eine zentrale Rolle, ihm kommt auch eine poetologische Funktion zu.

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Von Wassertropfen bis Wattenmeer. Hans Christian Andersen

  • Frederike Felcht

摘要

Am Beispiel ausgewählter Texte Hans Christian Andersens zeigt mein Beitrag, wie Darstellungen des menschlichen Blicks auf das Wasser und unterschiedlicher Wahrnehmungen des Flüssigen zum Entwurf neuer Mensch-Umwelt-Beziehungen führen können, die Vorstellungen einer menschlichen Naturbeherrschung problematisieren und poetologische Potentiale des Fluiden ausloten. Methodisch und theoretisch stütze ich mich dabei vor allem auf Beiträge aus den blue humanities. Meine Interpretation des Gedichts Phantasie ved Vesterhavet (Phantasie an der Nordsee, 1831) erkundet auch vor dem Hintergrund von Andersens Aussagen zur Entstehungsgeschichte in Mit Livs Eventyr (Das Märchen meines Lebens, 1855) das Verhältnis von Textlandschaft und außerliterarischer Realität. Das kurze Märchen Vanddraaben (Der Wassertropfen, 1847) legt Ambivalenzen des naturwissenschaftlichen Blicks auf das Wasser frei. Im Roman De to Baronesser (Die zwei Baronessen, 1848) spielt das Meer nicht nur für die Handlung eine zentrale Rolle, ihm kommt auch eine poetologische Funktion zu.