Aufklärung
摘要
Rousseaus Werk ist in mehrfacher Hinsicht als fundamentale Auseinandersetzung mit der Philosophie der Aufklärung zu lesen, erstens als ein konstruktiver Beitrag, welcher aufklärerischen Chiffren wie der Vertragstheorie oder dem Rationalismus wichtige sensitive Facetten hinzufügt, zweitens als polemische Kritik an der Hybris der menschlichen Vernunft sowie am einseitigen Fortschrittsoptimismus, den viele andere philosophes des Lumières an den Tag legten, sowie drittens und letztens das Zeugnis eines frühen Gespürs für die Dialektiken, die das aufklärerische Zeitalter unweigerlich mit sich bringt. Gleichermaßen faszinierend wie befremdlich sind dabei vor allem die persönlichen Kämpfe, die Rousseau mit führenden Aufklärern seiner Zeit wie Voltaire, Diderot, d’Alembert, d’Holbach, Grimm oder Hume im Laufe seiner Biographie austrug (Trousson 2000; Sturma 2001; Blom 2011) und die ihn im Laufe seines Lebens zunehmend in Einsamkeit und Verzweiflung stürzten. Doch auch wenn es den meisten seiner Zeitgenossen wohl so vorkam, hat Rousseau diese intellektuellen Kämpfe keineswegs alle verloren.