In anderen Kapiteln dieses Buches wurden der Unternehmenszweck (Kap.  5 Nachhaltigkeit im Kapitalgesellschaftsrecht (Mittwoch)) und die Kompetenzordnung des Kapitalgesellschaftsrechts (Kap.  6 Kompetenzordnung des Aktienrechts (Sanders)) mit Blick auf Nachhaltigkeitsthemen entfaltet. Dabei kam bereits zur Sprache, ob und wenn ja wie Nachhaltigkeitsziele in der Kompetenzrichtung und Zielrichtung „normaler“ Unternehmensträger wie die Aktiengesellschaft eine Rolle spielen können und müssen. Zudem wurde angesprochen, wie Regulierung wie z. B. die Nachhaltigkeitsberichterstattung (Kap.  7 Nachhaltigkeitsberichterstattung (Hommelhoff)) direkt auf vielfältige unternehmerische Tätigkeit und indirekt auf die Kompetenzordnung des Unternehmensrechts Einfluss nimmt. In diesem Kapitel geht es nun um Unternehmertum, das soziale oder ökologische Ziele explizit und auch in Abgrenzung zu anderen Unternehmen an erste Stelle setzt, bzw. Gewinnerzielung mit Gemeinwohlorientierung verbinden möchte. Man könnte von „businesses beyond profit maximization“ sprechen. Solche Unternehmen wollen nicht nur die gesetzlichen Standards einhalten, sondern über diese hinausgehen. Einerseits ist die absolute Zahl der entsprechenden Unternehmen so klein, dass für eine Transformation der Wirtschaft nicht allein auf sie gesetzt werden darf. Andererseits entsteht eine Art Labor, in dem verschiedene Regelungsansätze ausprobiert und verglichen werden können. In diesem Kapitel werden verschiedene rechtliche Formen im In- und Ausland vorgestellt, mit denen solche sozial-ökonomischen Ziele verfolgt werden. Auch das Projekt einer Gesellschaft mit gebundenem Vermögen kommt zur Sprache, auch wenn dies nicht direkt auf ökologische oder soziale, sondern ökonomische Nachhaltigkeit im Sinne von langfristiger Orientierung zielt.

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Kapitel 11 (Neue) Rechtsformen für die Nachhaltigkeit

  • Anne Sanders

摘要

In anderen Kapiteln dieses Buches wurden der Unternehmenszweck (Kap.  5 Nachhaltigkeit im Kapitalgesellschaftsrecht (Mittwoch)) und die Kompetenzordnung des Kapitalgesellschaftsrechts (Kap.  6 Kompetenzordnung des Aktienrechts (Sanders)) mit Blick auf Nachhaltigkeitsthemen entfaltet. Dabei kam bereits zur Sprache, ob und wenn ja wie Nachhaltigkeitsziele in der Kompetenzrichtung und Zielrichtung „normaler“ Unternehmensträger wie die Aktiengesellschaft eine Rolle spielen können und müssen. Zudem wurde angesprochen, wie Regulierung wie z. B. die Nachhaltigkeitsberichterstattung (Kap.  7 Nachhaltigkeitsberichterstattung (Hommelhoff)) direkt auf vielfältige unternehmerische Tätigkeit und indirekt auf die Kompetenzordnung des Unternehmensrechts Einfluss nimmt. In diesem Kapitel geht es nun um Unternehmertum, das soziale oder ökologische Ziele explizit und auch in Abgrenzung zu anderen Unternehmen an erste Stelle setzt, bzw. Gewinnerzielung mit Gemeinwohlorientierung verbinden möchte. Man könnte von „businesses beyond profit maximization“ sprechen. Solche Unternehmen wollen nicht nur die gesetzlichen Standards einhalten, sondern über diese hinausgehen. Einerseits ist die absolute Zahl der entsprechenden Unternehmen so klein, dass für eine Transformation der Wirtschaft nicht allein auf sie gesetzt werden darf. Andererseits entsteht eine Art Labor, in dem verschiedene Regelungsansätze ausprobiert und verglichen werden können. In diesem Kapitel werden verschiedene rechtliche Formen im In- und Ausland vorgestellt, mit denen solche sozial-ökonomischen Ziele verfolgt werden. Auch das Projekt einer Gesellschaft mit gebundenem Vermögen kommt zur Sprache, auch wenn dies nicht direkt auf ökologische oder soziale, sondern ökonomische Nachhaltigkeit im Sinne von langfristiger Orientierung zielt.