Der Beitrag problematisiert die Analyse von Präsenzphänomenen und schlägt vor, Präsenz als historisch bestimmbares kulturwissenschaftliches Konzept zu verwenden, das sich insbesondere am religiösen Theater und seinen Strategien zur Präsenzherstellung konkretisieren lässt. Präsenz fungiert dort als Vektor der Vergegenwärtigung transzendenter Gegenstände, die sich ausgehend von einem dramatischen Programm flexibel territorialisieren, das heißt übersetzen und aufführen lassen. Am Beispiel der frühneuzeitlichen Reformationstragödie Pammachius von Thomas Naogeorg legt er die dramatischen Verfahren einer solchen in einem spezifischen Umfeld zu verortenden Präsenzherstellung dar, die vor allem auf der Vergegenwärtigung historischer und ikonischer Bezüge, auf Techniken des Spiels im Spiel und auf der Engführung von Heils- und Realgeschichte beruhen. In der Abweichung vom antiken Modell liegt ein die europäische Theater- und Regietradition bis heute prägendes epistemisches Programm begründet, das die maximal intensive Brisanz der auf der Bühne verhandelten Gegenstände in die Gegenwart öffentlicher Kontroversen holen will.

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Hier und jetzt lärmt Satan. Präsenz und Transzendenz im Drama als Faktoren religiöser und staatlicher Territorialisierung: Thomas Naogeorgs Pammachius (1538)

  • Sven Thorsten Kilian

摘要

Der Beitrag problematisiert die Analyse von Präsenzphänomenen und schlägt vor, Präsenz als historisch bestimmbares kulturwissenschaftliches Konzept zu verwenden, das sich insbesondere am religiösen Theater und seinen Strategien zur Präsenzherstellung konkretisieren lässt. Präsenz fungiert dort als Vektor der Vergegenwärtigung transzendenter Gegenstände, die sich ausgehend von einem dramatischen Programm flexibel territorialisieren, das heißt übersetzen und aufführen lassen. Am Beispiel der frühneuzeitlichen Reformationstragödie Pammachius von Thomas Naogeorg legt er die dramatischen Verfahren einer solchen in einem spezifischen Umfeld zu verortenden Präsenzherstellung dar, die vor allem auf der Vergegenwärtigung historischer und ikonischer Bezüge, auf Techniken des Spiels im Spiel und auf der Engführung von Heils- und Realgeschichte beruhen. In der Abweichung vom antiken Modell liegt ein die europäische Theater- und Regietradition bis heute prägendes epistemisches Programm begründet, das die maximal intensive Brisanz der auf der Bühne verhandelten Gegenstände in die Gegenwart öffentlicher Kontroversen holen will.