Realitätenvielfalt und Präsenzfiguren im geistlichen Drama Spaniens: Bildnisse, Kultobjekte, Emanationen
摘要
Am spanischen Geistlichen Spiel des 17. Jahrhunderts wird deutlich, wie weit sich die dramaturgischen Verlebendigungsstrategien zur Darstellung von alternativen Realitätssphären entfaltet hatten. Der Beitrag argumentiert, wie über die Rekonstruktion der Darstellungsverfahren epiphanischer Präsenzerlebnisse im auto sacramental eine Sensibilisierung für eine frühneuzeitliche Realitätenvielfalt erfolgen kann. Mit dem Konzept der Präsenzfigur werden anhand der sakramentalen Programmatik bei Lope de Vega und Calderón drei Möglichkeiten aufgezeigt, mit denen eine virtuelle Durchlässigkeit der Alltagsrealität inszeniert wurde. Sowohl das Verfahren der Bildtransfiguration, eine Bühnen-Hierophanie der Hostie als auch das plastische In-Erscheinung-Treten von Heilspräsenz durch Gratia-Verkörperung, irisierenden Glanz und blühende Körper/Kostüme werden an den Präsenzfiguren von Bildnis, Kultobjekt und von Emanationskräften erörtert.