Der Ausspruch Gottfried Benns, ein Gedicht sei „immer die Frage nach dem Ich“, kann kaum allgemeine Gültigkeit für sich reklamieren. Weitgehend trifft er jedoch für die Lyrik des Expressionismus zu, der literarischen Epoche des frühen zwanzigsten Jahrhunderts, der auch Benn angehörte. Dass jedenfalls das Ich in den expressionistischen Gedichten keine Selbstverständlichkeit darstellt, dass es eben fraglich geworden ist, fällt schon angesichts seltsamer Formulierungen wie der folgenden ins Auge: „Behaglicher Sinn, / Geh mir mit deinem toten Ich bin!“ und „O fingeriger, roter Ich-Zufall.“ Mit dem Ich passieren in dieser literarischen Epoche die sonderbarsten und disparatesten Dinge.

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Einleitung

  • Lia Imenes Ishida

摘要

Der Ausspruch Gottfried Benns, ein Gedicht sei „immer die Frage nach dem Ich“, kann kaum allgemeine Gültigkeit für sich reklamieren. Weitgehend trifft er jedoch für die Lyrik des Expressionismus zu, der literarischen Epoche des frühen zwanzigsten Jahrhunderts, der auch Benn angehörte. Dass jedenfalls das Ich in den expressionistischen Gedichten keine Selbstverständlichkeit darstellt, dass es eben fraglich geworden ist, fällt schon angesichts seltsamer Formulierungen wie der folgenden ins Auge: „Behaglicher Sinn, / Geh mir mit deinem toten Ich bin!“ und „O fingeriger, roter Ich-Zufall.“ Mit dem Ich passieren in dieser literarischen Epoche die sonderbarsten und disparatesten Dinge.