Generation Z zwischen Generation Porno & „Puriteens“
摘要
In den letzten zehn Jahren haben etliche Buchcover, Fernsehdokus und Schlagzeilen in deutschen Leitmedien die Generation Porno ausgerufen. Gemeint ist damit die sog. Generation Z (Gen Z), die zwischen 1995 und 2009 in eine Welt hineingeboren wurde, in der das Internet und mit ihm die Onlinepornografie bereits existierte. Sie sind die ersten „porn natives“. Als in den späten 2000ern die ersten von ihnen in die Pubertät kamen, brach etwa zeitgleich die Ära der Pornoseiten nach YouTube-Prinzip herein. Auf Plattformen wie Pornhub, xHamster & Co. waren Pornos nun kostenlos, anonym und mit einem einfachen Klick auf den Ich-bin-18-Button verfügbar. Laut Pornhub macht die Gen Z, also die heute 18- bis 24-jährigen Besucher*innen, mit 34 % die größte Alterskohorte ihres deutschen Publikums aus. Bei einer repräsentativen Befragungsstudie von 2017 gaben 46 % der Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 20 Jahren an, „schon einmal mit pornografischen Inhalten in Kontakt gewesen zu sein“. Ja, Gen Z guckt Pornos – und das früher als die Vorgängergenerationen. Das Durchschnittsalter für den Erstkontakt lag in besagter Studie bei 14,2 Jahren, in der jüngsten Kohorte aber bei 12,7. Tendenz also sinkend. Nach Veröffentlichung der Studie ging eine Welle um Jugendliche kreisender Pornopanik durch deutsche Schlagzeilen, die sexuelle Verwahrlosung, Pornografisierung und massenhaft „pornoabhängige Jugendliche“ prophezeiten – zu Recht? Handelt es sich bei Gen Z tatsächlich um eine „gefährdete Generation“?