Geschichte aus weiblichem Blick?
摘要
Das europäische Theater ist von seinen Ursprüngen in der griechischen Tragödie her Ort der Demokratie. Elfriede Jelinek selbst rezipiert das Theater als politischen Ort. Ihr Theater wird gemeinhin als politisches Theater rezipiert. Dass 2013 Jürs-Munby über das Theater Elfriede Jelineks sagen kann, es sei ‚unverhohlen politisch‘, gar ‚moralistisch‘, scheint dennoch paradox, wenn ja zugleich immer wieder die Verworrenheit, Vielschichtigkeit und Unverständlichkeit, Thesenlosigkeit der Stücke bemerkt wird. Wie passt das zusammen? Was leistet ein politisches Theater à la Jelinek? Eine Kunst, von der sie selbst mal annimmt, dass sie nichts zu bewirken hat, mal eine Pflicht dazu äußert – so zum Beispiel auch in dem Film Die Sprache von der Leine lassen zitiert –, literarisch das Politische an die Oberfläche zu holen. Sich politisch zu äußern, zu den Dingen, die politisch passieren, sei es die Ibiza-Affäre, die Wahl von Haider in Österreich, die Wahl Trumps in den USA oder die Wiedervereinigung der deutschen Bundesrepublik, scheint ihr Last und Notwendigkeit zugleich zu sein.