Ziel Nummer drei der 17 globalen Nachhaltigkeitsziele sind good health and well-being (United Nations 2015). Gesundheit und Wohlergehen sind auch generelle Ziele der Medizin. Gesundheitsversorgung und Nachhaltigkeit werden bisher wenig miteinander in Verbindung gebracht. Der vorliegende Beitrag beschäftigt sich mit der Planetaren Gesundheit (Planetary Health) und Urologie, genauer: mit der Umwelt- und Gesundheitsverträglichkeit von urologischen Operationen. Modellhaft wird hier eine Lebenszyklusanalyse von flexiblen Einweg- und Mehrweg-Ureterorenoskopen (fURS) dargestellt. Ureterorenoskope sind Instrumente zur Diagnostik und Therapie von Nieren- und Harnleitersteinen. Die Analyse zeigt, wie der Gebrauch medizinischer Instrumente und sämtliche am Gebrauch beteiligte Prozesse in Hinblick auf ihre ökologischen Auswirkungen untersucht werden können. Zu den untersuchten Lebenszyklusabschnitten gehören neben der Produktion der Geräte auch deren Nutzung, Wartung, Aufbereitung und Entsorgung mit beteiligten Stoffstromflüssen. Die Ergebnisse werden in „CO2-Äquivalenten“, kurz „CO2eq“, angegeben. In einem weiteren Schritt werden die Effekte auf die menschliche Gesundheit, welche mit der Treibhausgas-Bilanz zusammenhängen, in Disability-Adjusted Life Years (DALYs) ermittelt. Verschiedene Sensitivitätsanalysen zeigen besonders einflussreiche Faktoren auf. Das dargestellte Life Cycle Assessment (LCA) wurde an der urologischen Klinik der Universitätsklinik Tübingen (UKT) durchgeführt. Dort werden 100 % erneuerbare Energien als Stromquelle verwendet, was in der Sensitivitätsanalyse einen bedeutenden Aspekt darstellte. Insgesamt lässt die Untersuchung Rückschlüsse auf Aspekte der Planetary Health zu und kann für Folgeuntersuchungen als Modell dienen. Dies könnte dabei helfen, das Konzept der Planetary Health in die medizinische Forschung zu implementieren und somit Evidenz im Bereich der Nachhaltigkeit in der Gesundheitsversorgung schaffen.

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Planetary Health: Urologie und Ökobilanzierung am Beispiel einer Lebenszyklusanalyse von Einweg- und Mehrwegureterorenoskopen und ihrer Auswirkung auf die Gesundheit

  • Marlene Thöne

摘要

Ziel Nummer drei der 17 globalen Nachhaltigkeitsziele sind good health and well-being (United Nations 2015). Gesundheit und Wohlergehen sind auch generelle Ziele der Medizin. Gesundheitsversorgung und Nachhaltigkeit werden bisher wenig miteinander in Verbindung gebracht. Der vorliegende Beitrag beschäftigt sich mit der Planetaren Gesundheit (Planetary Health) und Urologie, genauer: mit der Umwelt- und Gesundheitsverträglichkeit von urologischen Operationen. Modellhaft wird hier eine Lebenszyklusanalyse von flexiblen Einweg- und Mehrweg-Ureterorenoskopen (fURS) dargestellt. Ureterorenoskope sind Instrumente zur Diagnostik und Therapie von Nieren- und Harnleitersteinen. Die Analyse zeigt, wie der Gebrauch medizinischer Instrumente und sämtliche am Gebrauch beteiligte Prozesse in Hinblick auf ihre ökologischen Auswirkungen untersucht werden können. Zu den untersuchten Lebenszyklusabschnitten gehören neben der Produktion der Geräte auch deren Nutzung, Wartung, Aufbereitung und Entsorgung mit beteiligten Stoffstromflüssen. Die Ergebnisse werden in „CO2-Äquivalenten“, kurz „CO2eq“, angegeben. In einem weiteren Schritt werden die Effekte auf die menschliche Gesundheit, welche mit der Treibhausgas-Bilanz zusammenhängen, in Disability-Adjusted Life Years (DALYs) ermittelt. Verschiedene Sensitivitätsanalysen zeigen besonders einflussreiche Faktoren auf. Das dargestellte Life Cycle Assessment (LCA) wurde an der urologischen Klinik der Universitätsklinik Tübingen (UKT) durchgeführt. Dort werden 100 % erneuerbare Energien als Stromquelle verwendet, was in der Sensitivitätsanalyse einen bedeutenden Aspekt darstellte. Insgesamt lässt die Untersuchung Rückschlüsse auf Aspekte der Planetary Health zu und kann für Folgeuntersuchungen als Modell dienen. Dies könnte dabei helfen, das Konzept der Planetary Health in die medizinische Forschung zu implementieren und somit Evidenz im Bereich der Nachhaltigkeit in der Gesundheitsversorgung schaffen.