Rückblenden und Prologe
摘要
Bei einem Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten, die Eröffnung einer Oper möglichst eng mit deren Handlung zu verknüpfen, darf man die eigenwilligen Prologe der beiden bis heute erfolgreichsten Einakter der Operngeschichte nicht außer Acht lassen: Mascagnis Cavalleria rusticana (1890) und Leoncavallos Pagliacci (1892). In der älteren der beiden Opern wird nach 42 Takten das elegische „Preludio“ – in Anlage und Ausdehnung eine ausgewachsene Ouvertüre – durch die Akkorde einer Harfe unterbrochen. Sie ist auf der Bühne platziert und begleitet bei geschlossenem Vorhang den ebenfalls hinter dem Vorhang singenden Turiddu. In einer „Siciliana“ stimmt er eine Serenade für Lola, seine neue Liebe an. Wie nicht zu überhören ist, geht es dabei um die Exposition von Lokalkolorit für eine Oper, die in den deutschsprachigen Ländern sogleich mit dem Titel Sizilianische Bauernehre nachgespielt wurde. Für diese „Siciliana“ hatte sich Mascagni eigens Verse in sizilianischem Dialekt dichten lassen, wenn auch in den Druckausgaben der Text zusätzlich in Standard-Italienisch unterlegt wurde.