Übertragungswiderstände
摘要
Übertragen werden dabei die inneren Bilder der Menschen, zu denen die Patientin in ihrem Leben konflikthafte Beziehungen hatte, in denen sie sich zentrale Bedürfnisse nicht oder nur zu einem Teil erfüllen konnte, weil das Gegenüber beschämend oder abweisend darauf reagierte, oder in denen sie Gefühle wie Liebe oder Aggression nicht zeigen durfte, weil verbietend darauf geantwortet wurde. In der Therapeutin können Persönlichkeitszüge der Eltern, der Geschwister, von Lehrerinnen, Freundinnen, Partnerinnen, Vorgesetzten, aber auch von eigenen Kindern wiedererlebt werden. Das kann helfen, unbewusst gewordene Konflikte dem Bewusstsein zugänglich zu machen. Es kann aber auch zum Widerstand werden, weil die Patientin das Gefühl entwickelt, auch hier, gegenüber ihrer Therapeutin, wichtige Gefühle oder Bedürfnisse nicht benennen, geschweige denn erleben oder ausdrücken zu dürfen. Wir sind dann aus der Perspektive der Patientin keine mild positiv erlebten, freundlichen Begleiterinnen mehr, sondern kritisch, verbietend oder beschämend in Bezug auf wichtige Gefühle und Impulse, auch dann, wenn wir uns selbst gar nicht so erleben. Deshalb ist es wichtig, solche Übertragungen frühzeitig zu erkennen und anzusprechen, damit Konflikte bewusst gemacht werden, anstatt die therapeutische Beziehung zu blockieren.