Einführung: Nullpunkte und Mythen
摘要
Barthesʼ erste Buchveröffentlichungen stellen keine Fingerübungen eines jungen Autors dar, der erst in der Folge zu seinem ‚eigentlichen‘ Werk gefunden hat. Am Nullpunkt der Literatur, 1953 im Original unter dem Titel Le degré zéro de l’écriture im renommierten Pariser Verlag Seuil erschienen und Mythen des Alltags bzw. Mythologies, wie der Titel im Französischen heißt, stellen bereits ‚große Würfe‘ dar, und letzteres Buch ist zu einem Klassiker der Literatur- und Kulturwissenschaften avanciert. Am Nullpunkt der Literatur beinhaltet eine Auseinandersetzung mit Sartres kategorischer Unterscheidung von Literatur der Poesie und Literatur der Prosa in Was ist Literatur?. Barthes widerspricht dem und situiert das Engagement der Schreibenden nicht mehr im lyrischen oder narrativen Inhalt, sondern in der Form eines Textes. Er prägt den Begriff der Schreibweise (écriture) als wesentlich für das Schreiben von Autor:innen, bei der eine ‚Moralität‘ der Form wesentlich sei.