Das Reich der Zeichen (L’empire des signes)
摘要
Das Reich der Zeichen wird immer wieder dem Vorwurf ausgesetzt, sich nicht genügend für Japan zu interessieren. Barthes verknüpft Ausgangspunkte einer strukturalistischen Ethnologie mit der Fiktion eines Japans, das eine postmoderne Auffassung der Schrift repräsentiert. Er experimentiert mit der Verwendung einer linguistischen Metasprache und dem Vorhaben, nach den Mythen des Alltags ‚glückliche Mythen‘ zu erfinden. Die Mythisierung Japans zum Gegenpol „abendländischer Metaphysik“ wird einerseits oft als ‚orientalistisch‘ kritisiert. Andererseits haben Barthes’ Mythentheorie und seine Schreibweise sowohl Saids Konzept des ‚Orientalismus‘ als auch dessen Kritik und Ausdifferenzierung durch Bhabha inspiriert. Barthesʼ ‚glücklicher Mythos’ blendet im Reich der Zeichen zwar die postkoloniale Fragestellung aus, wie hegemonialer Diskurs und politische Gewalt zusammenhängen, sein Schreiben entwickelt jedoch Strategien, hegemoniale und orientalistische Diskurse rhetorisch zu subvertieren.