Französische Autorinnen in deutschen Fürstinnenbibliotheken. Entwicklungen des Lektürekanons im 17. und 18. Jahrhundert
摘要
Der Beitrag untersucht die Präsenz französischer Autorinnen in sechs Privatbibliotheken deutscher Fürstinnen von der Mitte des 17. bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts. Der Vergleich zeigt, dass von Anfang an ein reges Interesse der Sammlerinnen am Erwerb der aktuellen Literatur französischer Autorinnen besteht, die seit der Mitte des 17. Jahrhunderts einen im europäischen Vergleich einzigartigen Aufschwung erlebt. Zugleich lässt die Analyse erkennen, dass sich im Untersuchungszeitraum ein Lektürekanon herauskristallisiert, dem neben den wenigen heute noch als kanonisch betrachteten Autorinnen zahlreiche weitere Schriftstellerinnen angehörten, die seit dem 19. Jahrhundert marginalisiert worden sind. Neben Erfolgsautorinnen des 18. Jahrhunderts wie Marguerite de Lussan und Mme de Gomez umfasste dieser Lektürekanon auch Autorinnen des 17. Jahrhunderts wie Mme de Villedieu, Madeleine de Scudéry, Mme de Lafayette, Madame d’Aulnoy oder Mme de Sévigné.