Die Kurfürstin Sophie von Hannover hatte in ihren Privaträumen in Schloss Herrenhausen eine Bibliothek angelegt. In ihrem Nachlassinventar sind die Titel von 1023 Büchern verzeichnet, in denen sich ihre Lebensstationen und Lebensumstände unmittelbar spiegeln. Der umfangreichste Abschnitt ist der der Frantzosischen Bücher, in dem über die Hälfte der Sammlung aufgelistet ist. Diese Abteilung – und dies gilt für die gesamte Bibliothek der Kurfürstin – bezeugt aber nicht allein Sophies unbestreitbare Vorliebe für galante Literatur und Theateraufführungen. Ihre Lektüren waren viel reichhaltiger und betreffen ein breites Spektrum von Fächern. Die Bibliothek ist damit auch Spiegel ihrer privilegierten Beziehung zu Gottfried Wilhelm Leibniz, der in seinen Briefen und Gesprächen immer versucht, tiefergehende Themen einzubringen. Sophie hat ihrer Bibliothek – und ihrer eigenen Identität als Buchsammlerin – eine solche Wichtigkeit beigemessen, dass sie spezifische testamentarische Bestimmungen erließ, nach denen ihre Bücher vererbt werden sollten. Sie vermachte die Handschriften und die deutschen, niederländischen und englischen Drucke ihrem jüngsten Sohn Ernst August d.J., während Henriette Charlotte von Pöllnitz, die frühere erste Hofdame ihrer Tochter Sophie Charlotte zu Berlin, die französischen Bücher erben sollte.

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Eine Bibliothek moitié badine, moitié sérieuse. Französische Bücher in der Sammlung der Kurfürstin Sophie von Hannover

  • Margherita Palumbo

摘要

Die Kurfürstin Sophie von Hannover hatte in ihren Privaträumen in Schloss Herrenhausen eine Bibliothek angelegt. In ihrem Nachlassinventar sind die Titel von 1023 Büchern verzeichnet, in denen sich ihre Lebensstationen und Lebensumstände unmittelbar spiegeln. Der umfangreichste Abschnitt ist der der Frantzosischen Bücher, in dem über die Hälfte der Sammlung aufgelistet ist. Diese Abteilung – und dies gilt für die gesamte Bibliothek der Kurfürstin – bezeugt aber nicht allein Sophies unbestreitbare Vorliebe für galante Literatur und Theateraufführungen. Ihre Lektüren waren viel reichhaltiger und betreffen ein breites Spektrum von Fächern. Die Bibliothek ist damit auch Spiegel ihrer privilegierten Beziehung zu Gottfried Wilhelm Leibniz, der in seinen Briefen und Gesprächen immer versucht, tiefergehende Themen einzubringen. Sophie hat ihrer Bibliothek – und ihrer eigenen Identität als Buchsammlerin – eine solche Wichtigkeit beigemessen, dass sie spezifische testamentarische Bestimmungen erließ, nach denen ihre Bücher vererbt werden sollten. Sie vermachte die Handschriften und die deutschen, niederländischen und englischen Drucke ihrem jüngsten Sohn Ernst August d.J., während Henriette Charlotte von Pöllnitz, die frühere erste Hofdame ihrer Tochter Sophie Charlotte zu Berlin, die französischen Bücher erben sollte.