„Der Herr Esau“
摘要
Der Herr Esau hat im Romanwerk von Jeremias Gotthelf eine besondere Stellung inne: Der Text blieb als unabgeschlossenes Manuskript zu Lebzeiten ungedruckt. Rudolf Hunziker gab das titellose Manuskript erstmals 1922 mit dem bis heute bekannten Titel in den Ergänzungsbänden der Sämtlichen Werke heraus, wobei er sich an die Bezeichnung von Bitzius’ Schwiegersohn Albert von Rütte (1825–1903) hielt, der das Manuskript im Nachlass mit diesem Titel versehen hatte (vgl. SW EB 2, 260). Dessen Titelgebung dürfte sich vor allem auf eine Briefstelle beziehen, in der Gotthelf selbst den entstehenden Roman als Herr Esau bezeichnet hatte (vgl. Brief 23.5.1844 an Bernhard Rudolf Fetscherin, SW EB 6, 55). In der Einleitung hingegen spricht Gotthelf von „seine[m] ‚Jakob‘“ und referiert damit auf den Sohn von Herrn Esau (SW EB 1, 12). Dass von Rütte gleichwohl den Vater und nicht den Sohn als titelgebende Figur ansah, mag im Rückblick auch dadurch motiviert sein, dass spätere Leser*innen den Namen Jakob mit Blick auf Gotthelfs Werk vor allem mit dem 1846/47 erschienenen Roman Jacob, des Handwerksgesellen, Wanderungen durch die Schweiz assoziieren.