Wagner-Adaptionen im russischen „Fin de siècle“ – Die „Symbolisten“
摘要
Um die Jahrhundertwende waren die Fronten in der Auseinandersetzung um Wagner also ziemlich klar. Von Seiten namhafter russischer Dichter und Literaten, von Odojewski und Turgenjew bis Tolstoi, gab es teilweise zaghafte Zustimmung, überwiegend jedoch heftige Ablehnung. Ähnlich sah es bei den russischen Musikern und Musikkritikern aus. Einzig Serow hatte unbedingte Verbundenheit bekundet. Die Mehrzahl, von Ulybyschew, Dargomyshski und Stassow über die Komponisten des „Mächtigen Häufleins“, vor allem Cui, Borodin, Balakirew und – teilweise – Mussorgski, bis hin zu Anton Rubinstein, lehnte Wagner und seine Reformideen für die Oper rundweg ab. Allein Tschaikowski und Rimski-Korsakow, dann aber auch Musiker der jüngeren Generation wie Glasunow und Tanejew, zeigten, bei allen Vorbehalten gegenüber der Ästhetik und Dramaturgie Wagners, doch eine hohe Wertschätzung des deutschen Komponisten, vor allem in der Anerkennung seiner kompositorischen Meisterschaft. Sie hielten ihn uneingeschränkt für eine musik- und opernhistorische Ausnahmeerscheinung.